Von El Calafate sind wir nach Ushuaia geflogen. Wir haben diesen Inlandsflug direk im Büro der Airline gebucht, daher war er nochmal um ca. 50€ günstiger. Ushuaia ist die Hauptstadt der argentinischen Provinz Tierra del Fuego – Feuerland.
Es ist ein bisschen angelegt wie San Francisco, natürlich wesentlich kleiner. Aber auch schachbrettartig an einem Hang, die Straßen gehen steil bergab oder bergauf. Zusätzlich liegt dieser Ort direkt am Meer, naja quasi. Er liegt am Beagle Kanal, der Argentinien von Chile trennt. Da er aber die Verbingung zwischen Atlantik und Pazifik herstellt ist es Meerwasser. Was macht aber Ushuaia nun so besonders? Es ist nicht nur die südlichste Stadt Argentiniens, es ist die südlichste Stadt der Welt und bezeichnet sich daher „Ende der Welt“. Es liegt quasi nur einen Katzensprung von der Antarktis entfernt, weswegen auch eine Menge Expeditionsschiffe dort ablegen.
Puerto Williams auf der chilenischen Seite, macht der Bezeichnung südlichster Ort der Welt Konkurrenz. Weil es jedoch „nur“ ein Dorf ist und Ushuaia eine Stadt ist, wird ihr der Titel zugesprichen. Puerto Williams ist aber nicht ganz unkreativ und bezeichnet sich daher einfach selbst als „der Ort nach dem Ende der Welt“.

Nach knapp einem halben Jahr haben wir von ganz oben im Norden nun den südlichsten Spitz der Kontinente erreicht. Irgendwie war das für uns ein sehr aufregendes Gefühl. Am liebsten hätte ich ja direkt eine Expedition noch weiter südlich gebucht, zur Antarktis. Aber das überstieg unser Budget bei Weitem. So begnügten wir uns mit einer Schiffstour am Beaglekanal. Die Schiffstour dauert ca. sechs Stunden und führte uns Richtung Atlantik am Kap Horn vorbei – dem tatsächlichen südlichsten Punkt der Erde (Antarktis nicht mitgezählt). Felsen an denen wir vorbei kamen, waren voll besetzt mit Seelöwen oder Komorane und es tauchte sogar ein Buckelwal kurz neben unserem Schiff auf. Bevor unser Schiff kurz vor Sonnenuntergang aber wieder kehrt machte, hielten wir noch an der Isla Martillo. Diese Insel war auch das eigentliche Ziel dieser Schiffstour den das war die Insel der Pinuine. Anfangs Herbst ist leider nicht die richtige Zeit um Pinguinkolonien zu sehen, aber wir hatten Glück und es waren dennoch einige zu sehen. Das Boot hielt ganz knapp am Strand, aber keine der Passagiere durfte von Bord. Es gibt nur einen einzigen Anbieter, der seine Passagiere von Bord auf die Insel lässt. Alle anderen dürfen die Pinuine vom Schiffsdeck aus beobachten. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Tiere ihre Ruhe haben und durch die Besucher nicht gestört werden. Absolut großartig! Und watscheln konnten wir die Pinguine auch vom Boot aus sehr gut sehen.

Weil wir die Tage zuvor in Patagonien soviel auf den Beinen waren, wollten wir Ushuaia etwas ruhiger angehen. Trotzdem wollten wir selbstverständlich dem Nationalpark Tierra del Fuego nicht auslassen. Auch hier gibt es Shuttlebusse die in regelmäßigen Intervallen, Stationen im Nationalpark anfahren. Der Kleinbus hält am Parkeingang, damit man sich registrieren kann und bringt einen dann zur gewünschten Station. Man muss allerdings schon im Vorhinein bekanntgeben wo man aussteigen möchte und – und das ist wichtig – wo man wieder einsteigen möchte. Mit dem Fahrer muss man sich dann auch wieder die Abholzeit ausmachen, und auf jeden Fall das Ticket aufheben. Wir hielten uns an diese Regeln und somit, ist für uns alles problemlos verlaufen.

Wir entschieden uns als Ausstiegspunkt für das Ende der Ruta Nacional 3 (Fin de la Ruta Nac. 3), mit dem wohl am meisten fotografierten Schild im Nationalpark. (Ja klar, wir machten natürlich auch ein Foto!) Von dort starteten wir jedoch unseren ca. zwei stündigen Weg zum Besucherzentrum. Um nicht an der Nationalparkstraße entlang zu laufen, haben wir uns für die diversen Trampelpfande entschieden, da aber nicht alles gut ausgeschildert war, hatten wir ab und zu Probleme den richtigen Weg zu finden. Auch in diesem Nationalpark ist einfach die Landschaft das Sehenswerte. Hinter jeder Wölbung hinter jeder Kurve wurde uns ein neuer umwerfender Blick auf die Umgebung offenbart. Wir sogen sie förmlich mit der kalten Luft in uns auf.
Ein bisschen orientierunglos liefen wir durch den Nationalpark, bis wir schließlich beim Besucherzentrum ankamen. Wir hatten noch gut eine Stunde Zeit bis unser Bus kam, also wärmten wir uns drinnen mit einem Kaffee und Kuchen auf. Trotz Sonne kühlte uns der Wind schnell aus. Vom Besucherzentrum hatten man einen tollen Blick auf den Rio Lapataia und wenn sich jemand damit auskennt – auch auf sicher interessante Vögel.

Für uns hieß es dann Abschiednehmen von der atemberaubenden Landschaft vom rauhen Süden der Welt. Mit dem Flugzeug ging es zurück ins warme Klima nach Buenos Aires, wo wir noch zwei Nächte in einem entzückenden Airbnb verbrachten. Wir mussten unsere Outdoorsachen reinigen, ein Paket nach Hause schicken und selbstverständlich einmal bestes argentinisches Steak essen gehen. Nun war es Zeit den amerikanischen Kontinent zu verlassen. Es lag der, für uns, längste Flug vor uns… 13 Stunden über den Pazifik und wir sollten einen ganzen Tag verlieren.


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