—see English below—

Der Bericht über Bolivien fiel uns diesmal nicht ganz so leicht, und irgendwie haben wir das Schreiben deswegen etwas rausgezögert. Denn das Ende, das was einem ja normalerweise eher in Erinnerung bleibt, war nicht so rosig, wie wir es uns gewünscht hätten. Aber der Anfang ist es jedenfalls allemal wert, dass wir darüber schreiben. Also hier ist unser Bericht zu Bolivien.

Einreise per Bus
Wir sind über Land von Peru nach Bolivien eingereist. Von Puno ging es mit dem Reisebus über die Grenze nach Copacabana. Wie immer war der Grenzübergang weit weniger kompliziert als erwartet. Bei der Grenze Perus hält der Bus an, alle Passagiere steigen aus und holen sich den Ausreisestempel. Alle steigen wieder ein. Nach ein paar Minuten hält der Bus an der Immigigrationsstelle auf der Bolivianischen Seite. Jeder Passagier holt sich einen Einreisestempel und fertig. Wir waren in Bolivien.
In Copacabana hatten wir zwei Stunden Aufenthalt, in denen wir uns mit einem Mittagessen stärkten. Anschließend ging die Fahrt mit einem anderen Reisebus weiter bis nach La Paz, dem Regierungssitz – nicht der Hauptstadt – von Bolivien. Die Fahrt von Puno nach La Paz dauerte insgesamt fast neun Stunden, wobei eine Stunde Zeitverschiebung zwischen Peru und Bolivien liegt und wir völlig erledigt ankamen. Daher können wir gar nicht mehr genau sagen, wie lang wir nun tatsächlich unterwegs waren.

Ein Wiedersehen mit Freu(n)de
Mit dem Taxi ging es vom Busbahnhof ins Hostel, Selina. Wir hievten unsere Rucksäcke auf den Rücken und wollten gerade durch die gläserne Eingangstür gehen, strahlten uns schon zwei bekannte Gesichter entgegen: LEILA und ROB. Die Curaçao-Gang war wieder vereint! Oh, war das schön sie wieder zu sehen.
Wir standen schon die Wochen vorher in regen Kontakt und da sie ebenfalls Mittelamerika bereisten, hatten wir einen Treffpunkt vereinbart.
Umarmungen und ein hitziger Informationsaustausch waren die Folge. Wir checkten in unsere Betten ein, die uns die beiden im Schlafsaal schon freigehalten hatten und gingen für unser Abendessen einkaufen. Wir erzählten uns den ganzen Abend lang, was wir die letzten Monate erlebt hatten und das Gequatsche endete erst, als wir völlig übermüdet in die Betten fielen.

Die ersten Tage zu viert
Die nächsten Tage verbrachten wir mit Sightseeing in La Paz und Planung der nächsten Wochen. Außerdem genossen wir es einfach, mit Freunden gemeinsam Zeit zu verbringen. Wir besuchten den im Lonely Planet angepriesenen „Witch Market“ (Hexenmarkt), der aber viel spektakulärer klingt, als er dann tatsächlich war. Gerüchten zufolge kann man dort sämtliche Zutaten und Utensilien, für diverse dunkle Rituale, kaufen. In Wirklichkeit hatten ein paar Geschäfte noch tote Lamaföten und -babies herumhängen und Kräutermischungen in schönen Fläschchen. Das restliche Angebot beschränkte sich auf die üblichen Souvenire, die man in jedem anderen Laden auch kaufen kann.

Ein österreichisches Gondelsystem in Bolivien
Wer in La Paz ist, darf es sich nehmen lassen, mit den Gondeln zu fahren. Das Seilbahnnetz besteht aus 10 Linien und ist das größte städtische Seilbahnnetz der Welt, erbaut vom österreichischen Unternehmen Doppelmayr. Es verbindet die Stadt La Paz mit der Stadt El Alto. Mit der Gondel fliegt man förmlich direkt über die Straßen hinweg, zwischen die Häuserschluchten durch oder über die Häuser am Stadtrand hinweg. Nach drei Mal umsteigen und circa 1000 Höhenmeter weiter oben, kamen wir dann in El Alto an und wurden gleichmal von Menschenmassen erschlagen. Hier gibt es den wahrscheinlich größten Markt der Welt. Eigentlich war unser Plan, hier einen Kaffee zu trinken. Aber das stellte sich sofort als unmöglich raus. Sobald uns der Markt einmal verschlungen hatte, spukte er uns so schnell auch nicht mehr aus. Wortwörtlich. Egal wie sehr wir es versuchten. Ein „schnell mal durchgehen“ durch die sich dahinschiebenden Menschenmengen und den endlosen aneinder gereihten Verkaufständen oder ein „am anderen Ende wieder rausgehen“ war einfach nicht möglich, denn es gab KEIN Ende. Immer, wenn wir über die Köpfe und Verkaufsstände hinweg einen Orientierungspunkt ausmachten und uns sagten: „Da etlang, dort ist bestimmt ein Ausgang!“, wurden wir überrascht, als wir dort ankamen und der Markt eine weitere Biegung machte.
Irgendwann fanden wir dann doch wieder den Weg zurück zur Gondelstation. Völlig geplättet von den (teils strengen) Gerüchen und dem unvorstellbar vielfältigen Angebot, waren wir froh, wieder allein in der Gondel zu sitzen.

Silber, Zinn und Kokablätter
Nach La Paz wollten wir die lange Busfahrt nach Uyuni unterbrechen und blieben deswegen zwei Nächte in Potosì. Ein hohes Silber- und Zinnvorkommen machte diese Stadt im 17. Jahrhundert zu einer der größten Städte Boliviens und einer der Reichsten weltweit. Noch heute ist die Stadt vom Ertrag der Silberminen abhängig, aber bei weitem nicht mehr so reich wie damals. Unser Hostel bot eine Tour in eine Silbermine an – und wie uns gesagt wurde – war diese noch aktiv und „echt“.
Ausgestattet mit Gummistiefeln, Schutzkleidung, Stirnlampen und Helm wurden wir auf den Besuch der Silbermine vorbereitet. Zuerst wurden wir zu einem Laden gebracht, der Ausrüstung für Minenarbeiter verkauft und dort gebeten, „Geschenke“ für die Minenarbeiter zu kaufen. Wir posierten zwar kurz mit echten Dynamitstangen fürs Erinnerungsfoto, aber jeder von uns kaufte dann doch „nur“ große Limonanden-Flaschen, die später von unserem Tourguide an die Minenarbeiter verteilt wurden – uns wurde erst im Nachhinein klar, wieso diese kleinen Mitbringsel so wichtig für sie sind.
Es war tatsächlich keine dieser Minen, die extra für Touristen ausgelegt war. Es war eng, zum Teil stockdunkel, die Luft war schlecht und jedes Mal wenn unser Tourguide schrie „runter von den Schienen“, sausten Arbeiter mit tonnenschweren Minenwägen an uns vorbei. Randnotiz: die Wagen haben keinerlei Bremsen, wenn unser Guide das Kommando gab, mussten wir wirklich ohne Wenn und Aber flitzen.
Potosí liegt auf circa 4000 Meter Höhe, die Silbermine mehrere hundert Meter höher. Obwohl wir uns in den letzten Wochen schon gut an die Höhenluft gewöhnt hatten, war das nochmal eine andere Hausnummer. In der Mine lies uns zudem die stickige, staubige Luft alle sehr schwer atmen und zum ersten Mal lernten wir die Wirkung von Kokablätter wertschätzen. Jeder von uns hatte sich schon einen Batzen in den Mund geschoben und lies uns die Enge und geringe Luftzufuhr etwas besser überstehen.

Das, was wir in dieser Mine zu sehen bekamen, hat uns irgendwie die Augen geöffnet, wie unterschiedlich unsere heile Welt zu deren Welt ist. Eine körperlich unvorstellbar anstrengende Arbeit zu verrichten, in einer Umgebung, in der wir bei langsamen Gehen ins Schnaufen kommen. Die Dimensionen an Plastikmüll zu sehen, die sich in den Schächten der Mine befindet, weil leere Flaschen einfach auf den Boden fallen gelassen werden. Unter welchen unmenschlichen Bedingungen die zum Teil minderjährigen Arbeiter ihren Lohn verdienen, dir aber trotzdem ein Lächeln schenken, wenn sie an dir vorbeihirschen. Zu wissen, wenn jemandem da drinnen etwas wirklich Ernstes zustößt, ist nicht fünf Minuten später der Rettungsdienst zur Stelle. Wir waren gut ausgerüstet mit unserer Kleidung, den Helmen und den Lampen. Die Arbeiter hatten zum Teil nur T-Shirts und Jeans an. Da ist es auch völlig okay, wenn eine kleine Touristengruppe ein paar Getränke mitbringt.
Die Lebenserwartung eines Mineros beträgt in etwa 45-50 Jahre. Laut unserem Guide ist Staublunge der häufigste Sterbegrund. Zum Vergleich, die Lebenserwartung in Deutschland beträgt 80-85 Jahre. Der Besuch in der Mine war nicht nur interessant, sondern es war eine der eindrucksvollsten Erfahrungen überhaupt, welche ganz besonders in uns nachhallte.
Zurück im Freien nahm jeder von uns erstmal einen tiefen Atemzug.

Uyuni, der Anfang vom Ende
Wieder mit dem Reisebus fuhren wir Vier weiter nach Uyuni. Eine unspektakuläre, sandige und staubige Stadt, aber dennoch steht sie auf der Liste für die meisten Bolivien-Touristen. Die Stadt selbst hat wirklich nichts zu bieten. Sie dient lediglich als Ausgangspunkt für die Tour in die legendäre Salzwüste.
Gleich nach der Ankunft machten wir uns auf die Suche nach einem Tourenanbieter. Nach einigen Vergleichen hatten wir den für uns mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis ausfindig gemacht. Die Touren mit rein spanischsprachigen Guides waren zwar günstiger, aber die Tatsache, dass wir einen Guide bekommen, der ein bißchen Englisch spricht, hatte für uns den Ausschlag gegeben. Wir hatten uns für eine 3 Nächte/4 Tagestour entschieden mit Überfahrt nach Chile in die Atacamawüste, umgerechnet € 110,- pro Person.
Der Fahrer holte uns mit einem Geländewagen von unserem Hostel mit Verspätung ab. Unsere Rucksäcke wurden aufs Dach geschnallt, zwei weitere Personen aufgepickt und los gings zum ersten Stop, ein Zugfriedhof. Eine Kulisse für Instagramfotos wie man es sich nur wünschen kann. Da alle Touren in die Salzwüste ziemlich genau zur selben Zeit starten und exakt die gleichen Stopps anfahren, mussten wir ein Stückchen weiter zu den abgelegeneren Wagons gehen, um keine fremden Personen im Bild zu haben.
Wir kletterten auf die verrosteten und zerfallenen Wagons, balancierten auf den Schienen und posierten „instalike“ zwischen den Lokomotiven. Anhand der Fotos die dabei entstanden sind, sollten wir eigentlich eine Vierer-Band gründen, das Albumbild hätten wir jedenfalls schon.

Die Fahrt war zeitlich streng getaktet, also ging es gleich weiter zur nächsten Station. Eigentlich hatten wir erwartet, zu einer echten Salzmine zu fahren, wie uns der Tourenanbieter Tags zuvor erklärt hatte. In Wirklichkeit stoppten wir bei einem unscheinbaren Gebäude, die Wände und Tische waren aus Salzziegeln gefertigt. Der Guide erklärte uns auf Spanisch, dass wir hier Mittagspause machen. (War da nicht etwas mit „ein bisschen Englisch“?)
Dass der Fahrer gar kein Wort Englisch sprechen konnte, sollte sich dann auch herausstellen. Leila, die die Einzige von uns war, die sich in Spanisch verständigen konnte, hatte ihn gebeten doch – wie vereinbart – auf Englisch mit uns zu sprechen, damit alle etwas verstehen. Englisch? Kann er nicht. Ihm wurde gesagt, es sei eh jemand dabei die Spanisch spricht und übersetzen kann.
Erster Strike.

Nach dem Mittagessen ging es dann zu dem Fotospot schlechthin, Salar de Uyuni (die Salzwüste von Uyuni). Der Geländewagen schob sich über den weißen Untergrund. Rob übernahm die Rolle des englischsprechenden Tourguides und erzählte uns ein paar fiktive Fakten über die Salzwüste. Wir hatten unseren Spaß. Die echten Infos blieben uns, aufgrund der Sprachbarriere aber leider vorenthalten.
Nach einiger Zeit und ein paar Sekundenschlafphasen unseres Fahrers, parkte er den Geländewagen wieder neben den anderen Tourenjeeps. Wieso wir hier hielten, wussten wir zwar nicht so genau, aber wir hatten Gelegenheit, die Salzwüste zu Fuß zu erkunden. Wir schossen weitere Band-Fotos bis uns der Fahrer nach gut einer Stunde deutete, wir fahren weiter.

Nächster Stop war das Salzhotel, welches wieder von unzähligen Tourenjeeps umringt war. Wir wussten, so wurde es uns ja auch mitgeteilt, irgendwann sollten wir einen Stop machen um die berühmten Dimensionsbilder schießen zu können. Leila fragte mit ihrem Spanisch unseren Fahrer, ob hier der Spot ist, dieser verneinte. Aha ok. Wir stiegen also wieder aus. Jan nahm die Drohne mit, aber nach ein paar Fotos wussten wir auch nicht mehr wirklich was wir noch tun sollten. Unser Fahrer hatte sich währenddessen mit anderen Fahrern in den Schatten verzogen und schoben sich Kokablätter rein.
Zu wundern gab uns jedoch, dass anderen Touristen Dinosaurier oder andere Utensilien dabei hatten um die typischen Fotos zu schießen. Wurde uns nicht gesagt, dass unser Tourguide/Fahrer uns bei solchen Fotos unterstützen wird?
Unserer schlief irgendwo im Schatten, als Leila ihn nochmal fragen wollte ob das der besagte Fotospot ist. Ja, das war er. Ach, jetzt doch?
Da wir nun nicht mehr viel Zeit hatten, bis wir weiterfuhren, machten wir auf die Schnelle entsprechende Dimensionsfotos. Aber das war dann doch schwieriger als erwartet, uns alle vier richtig auf ein Bild zu bekommen. Hätte es nicht solche Kommunikationsprobleme mit unserem Guide gegeben, hätten wir die Zeit zuvor richtig nutzen können…
Zweiter Strike.

Der nächste Halt war ein Gebiet in der Salzwüste der mit einer Wasserschicht überzogen war. Durch die extreme Weite und den flachen Untergrund ergab das wunderschöne Reflektionen. Leider war es uns aber nicht möglich aus dem Wagen auszusteigen, weil die harten Salzkristalle unter der Wasseroberfläche so spitz waren, dass man barfuss nicht draufsteigen konnte, so sehr schmerzte es. Unsere Flip Flops waren zwar in unseren Rucksäcken verstaut, die widerum gut verzurrt auf dem Dach waren. Aber alles kein Problem, schließlich hatte uns der Touranbieter gesagt, wir bekommen für diesen Zweck Gummistiefel. Nur leider wusste unser Fahrer nichts davon und hatte daher keine dabei.
Dritter Strike.

Rob fischte Leilas Flip Flops irgendwie aus dem Rucksack am Dach und mit Schuh-Sharing konnten wir dann doch noch ein paar Fotos schießen. Diesmal müßigte sich der Fahrer sogar uns dabei zu unterstützen. Dass keiner von uns jedoch mehr gut auf ihn zu sprechen war, muss hier wohl nicht extra erwähnt werden.

Zum Sonnenuntergang fuhren wir nochmal ein paar Minuten durch die Salzwüste. Der Jeep schob sich durch das seichtstehende Wasser und hielt auf einer Salzbank. Es war tatsächlich einer der schönsten Sonnenuntergänge den wir je gesehen hatten. Getrübt wurde diese Stimmung jedoch von einem Geplätscher aus dem Hintergrund. Ein paar Meter von uns entfernt, pinkelte unser Fahrer ganz entspannt von unserer kleinen Salzinsel ins Wasser.
Vierter Strike, würde ich sagen.

Bei diesem ganzen Tourenpaket war auch die Übernachtung inkludiert. Also wurden wir zurück nach Uyuni in ein Hostel gebracht. Jedes Pärchen erhielt ein eigenes Zimmer, die einzige Dusche befand sich im Freien. Zum Abendessen gab es eine Hühnersuppe als Vorspeise und Schnitzel mit Pommes zur Hauptspeise. Dazu Tee. Klingt gut? Nicht wenn man angegeben hat, dass man Vegetarierin ist und auf Kartoffel allergisch ist.
Bei der Buchung der Tour mussten wir uns in eine Liste eintragen und darin die Schuhgröße für die Gummistiefel und eventuelle spezielle Ernähungsgewohnheiten für die Mahlzeiten nennen. Immerhin haben sie diese Infos nun für die Statistik, denn für alles Weitere dienten diese Angaben jedenfalls nicht. Leila bat die Köchin um eine Alternative, da diese aber von Leilas Ernährungswünschen nichts wusste, war sie auch nicht bereit ihr etwas zu richten. Leila ging daher nach einem langen Tag ohne Abendessen zu Bett.
Fünfter und letzter Strike.

In uns kochte nun die Wut. Und uns war klar, dass wir die Tour SO nicht fortsetzen wollten. Unser Versuch, am nächsten Morgen mit dem Touroperator ein klärendes Gespräch zu führen, scheiterte in mehreren Anläufen. Wir möchten euch die Details ersparen… aber soviel sei gesagt, Einsicht war Fehlanzeige und plötzlicher Gedächtnisverlust stand auf der Tagesordnung.

Wir waren stinksauer und die paar Euro (jeder erhielt € 6,-), die er uns als Entschädigung anbot, halfen auch nichts mehr. Nach langem Hin und Her, entschieden wir uns, die Tour abzubrechen, auch wenn wir das Geld nicht mehr zurück bekamen. Aber die Tatsache, dass so viele Vereinbarungen nicht eingehalten wurden und wir uns bei dem (schläfrigen) Fahrer auch nicht wirklich sicher fühlten, brachte uns dazu. Wir hatten einfach keine Lust mehr, uns noch weiter über leere Versprechungen zu ärgern.

Jemand gab uns den Tipp, zur Touristenpolizei zu gehen, um unser Geld zurück zu verlangen. Aber auch dieser Schuss ging nach hinten los. Auf der Rechnung war einzig der Preis vermerkt, nichts von den vereinbarten Leistungen. Unser Tourenanbieter wurde hinzu geholt und in einer aufgeheizten Diskussion standen am Ende drei Bolivianer Leila gegenüber, die in Spanisch intensivst auf sie einredeten. Sie geriet allein in die Schusslinie, weil jeglicher Versuch, mit ihnen auf Englisch zu diskutieren, scheiterte.
Zusammen gefasst: Die Touristenpolizei ist genauso eine Mafia wie dieser Tourenanbieter. Wie sich nachher per Internetrecherche herausstellen sollte, waren wir nicht die Einzigen, die auf exakt die gleiche Masche reingefallen waren. Der Anbieter hatte vermutlich wegen der schlechten Kritiken seine Firma immer wieder neu benannt.
Eigentlich hätte die Tour in die Salzwüste der Höhepunkt unserer Bolivienreise werden sollen. Stattdessen wurde der Besuch bei der Touristenpolizei das hochemotionale Ende eines eineinhalbtägigen Dramas.
Wir hatten jedenfalls die Schnauze voll von Bolivien.

Den Nachmittag verbrachten wir trübsinnig in einer Pizzeria. Wir checkten für die Nacht in ein Hostel ein und nahmen gleich am nächsten Tag den Bus nach Atacama, Chile.

—English version—

The article of our Bolivia trip was not that easy for us this time, and somehow we delayed writing about it. Because the end, which usually stays in your memory, was not as nice as we have wished. But the beginning is definitely worth it to write about. So here is our report of our Bolivia trip.

Bordercrossing by bus
We entered the country from Peru to Bolivia. From Puno we went by bus to the border at Copacabana. As always, the border crossing was far less complicated than expected. At the border side of Peru, the bus stopped, all passengers got out and got the exit stamp. All back into the bus. After a few minutes, the bus stopped at the immigration office on the Bolivian side. Each passenger got an entry stamp and that’s it. We were in Bolivia.
In Copacabana we had a two hours stay, where we fortified ourselves with a lunch. Then the journey continued with another bus to La Paz, the seat of government of Bolivia. The ride from Puno to La Paz took us almost nine hours, with an hour’s delay between Peru and Bolivia and we were completely exhausted. Therefore, we can not say exactly how long we were actually traveling.

A reunion with friends
We took a taxi from the bus station in La Paz to the hostel, Selina. We hauled our backpacks on our backs and were about to go through the glass entrance door, already beaming at us two familiar faces: LEILA and ROB. The Curaçao gang was reunited! Oh, that was nice to see them again.
We were already in contact with each other the weeks before and cause they also travelled in South America, we arranged a meeting.
Hugs and a heated exchange of information were the result. We placed our stuff at our beds which the two already reserved for us in the dorm and then we all went shopping for dinner. We talked about what we had been through the last months all night long, and the chat did not end until we fell exhausted into bed.

The first days
The next days we spent sightseeing in La Paz and planned the next weeks. We also simply enjoyed spending time with friends, for example making togehter. We visited the Witch Market advertised at Lonely Planet, which sounds much more spectacular than it actually was. According to rumors you can buy all the ingredients and utensils for various dark rituals. In fact, a few shops still had dead llama fetuses and babies hanging around and herbal mixtures in beautiful vials. The rest of what was offered was same to the usual souvenirs, which you can buy in any other store.

An Austrian cable car system in Bolivia
If you are in La Paz, be sure you don’t miss a ride with the cable car. The cable car network consists of 10 lines and is the largest urban cable car network in the world, built by the Austrian company Doppelmayr. It connects the city of La Paz with the city of El Alto. With the gondola you literally fly directly over the streets, between the street canyons or over the houses on the outskirts. After three changes and about 1000 meters higher up, we arrived in El Alto and were overrun by the crowds. Here is probably the largest market in the world. Actually, our plan was to have a coffee here. But that immediately turned out to be impossible. As soon as we were swallowed up by the market, it didn’t spit us out anymore. Literally. No matter how hard we tried. It was simply not possible to „run fast“ through the shifting crowds and the endless rows of sales stalls or „go out at the other end“ because there was NO end. Whenever we saw a point of reference above the heads and stalls and said to each other, „Probably there’s an exit there!“, we were surprised when we got there, as the market made just another turn.
At some point we found our way back to the gondola station. Totally overwhelmed by the crowds, the (partly severe) smells and the unimaginably variety of offered goods, we were glad to be back again in the gondola just for us.

Silver, pewter and coca leaves
After La Paz we wanted to break the long bus ride to Uyuni and stayed two nights in Potosì. High silver and tin resources made this city one of the largest cities in Bolivia in the 17th century and one of the richest in the world. Even today, the city depends on the yield of the silver mines. Our hostel offered a tour in a silver mine – and as we were told – into a real, active mine.
Equipped with rubber boots, overall, headlamps and helmet, we were prepared to visit the silver mine. First, we were taken to a store selling equipment for miners and asked to buy „gifts“ for the miners. Although we posed briefly with real dynamite sticks for the souvenir photo, but each of us then „only“ bought large limonande bottles. Which were later distributed by our tour guide to the miners – afterwards we understood, why these little souvenirs are so important for them.
In fact, it was not one of those mines modified for tourists. It was narrow, partly pitch dark, the air was bad and every time our tour guide screamed „get off the rails“, the workers rushed with heavy railroad wagons past us. Side note: the wagons have no brakes, when our guide gave the command, we really had to rush, no ifs no buts.
Potosí is located on approx. 4000 meters altitude, the silver mine is several hundred meters higher. Although we had got used to high altitude in the last few weeks, that still was another level. In addition, the stuffy, dusty air in the mine made everyone breathe very hard and for the first time we learned to appreciate the effect of coca leaves. Each of us had already put a chunk in his mouth and let us get through the narrowness and low air intake a little better.

What we saw in this mine really opened our eyes to how different our perfect world is to their world. To do a physical unimaginably strenuous job in an environment when we start to gasp while just walking slowly. To see the massive dimension of plastic garbage in the manholes of the mine because empty bottles are simply dropped on the floor. Under what inhumane conditions the partially underage workers earn their wage, but still give you a smile when they rush past you. Knowing when something really serious happens to someone in there, the ambulance will not be there in just a few minutes in case of emergency. We were well equipped with our clothes, helmets and lamps. The workers were only wearing t-shirts and jeans. So it is just fine when a small tourist group brings a few bottles of soda.
The life expectancy of the „mineros“ is about 45-50 years. According to our guide, black lung is the most common cause of death. For comparison, the life expectancy in Germany is 80-85 years. The visit to the mine was not only imposing, but it was one of the most impressive experiences ever, which worked in us some time after.
Back in the open air, each of us took a deep breath.

Uyuni, the beginning of the end
Again by bus, we drove four hours to Uyuni. Altough an unspectacular, sandy and dusty city, it’s on the list for the most tourists in Bolivia. The city itself really has nothing to offer. It serves only as a starting point for the tour to the legendary salt desert.
Immediately after arrival, we went in search of a tour operator and after some comparisons, we found the one for us with the best price / performance ratio. The tours with purely Spanish-speaking guides were somewhat cheaper, but the fact that we got a tour with a basic English speaking guide was the main reason for our decision. We opted for a 3 night / 4 day trip including border crossing to Chile in the Atacama desert, which cost us 110 Euro per person.
The driver picked us up from our hostel with a 4×4 vehicle. Our backpacks were strapped to the roof, two more people were picked up and we went off to the first stop, a train cemetry. A scenery for Instagram photos as you would wish. Since all tours into the salt desert start almost exactly at the same time and drive to exactly the same stops, we walked a bit further to the more remote wagons, in order to have no other persons in the picture.
We climbed onto the rusted and broken wagons, balanced on the rails and posed between the locomotives. Based on the photos that were created there, we acttually should start a four-headed music band. At least we already have the cover image for the first album.

The tour had a pretty tight schedule, so we went on to the next stopp. Actually, we expected to drive to a real salt mine, as the tour operator told us the day before. In fact, we stopped at a unimpressive building, the walls and tables were made of salt bricks. The guide explained in Spanish, that we will have lunch here. (I remembered something like „basic English“?)
It turned out that the driver/tour guide didn’t speak any single word of English. Leila, the only one of us who could communicate in Spanish, asked him to communicate in English with us, as agreed, so that everyone could understand something. English? He couldn’t. He was been told that in our group there is someone who speaks Spanish and is able to translate.
First strike.

After the lunch break we went to the photo spot par excellence, Salar de Uyuni (the salt desert of Uyuni). The SUV moved across the white ground. Rob spontaneously took over the role of the English-speaking tour guide and told us some fictional facts about the salt desert. We had our fun. The real facts were withheld because of the language barrier.
After some time and a few phases of microsleep of our driver, he parked the SUV again next to the other touring jeeps. We did not know exactly why we were stopping here, but we had the opportunity to explore the salt desert on foot. We shot more band photos until the driver indicated us after about an hour, that we will move on.

The next stop was the salt hotel, which was again surrounded by countless Tour-SUVs. We knew, as we were told, at some point we should make a stop to shoot the famous dimensional images. Leila asked our driver with her Spanish, if this is the spot, but he negated. Aha ok. But we got out again. Jan took the drone, but after a few photos, we did not really know what else we should do there. We already took a lot of pictures. Meanwhile, our driver had moved in the shadows with other drivers chewing coca leaves.
However, to our surprise, other tourists had dinosaurs or other utensils with them to shoot the typical photos. I remember something that we were told our tourguide would help us taking this kind of pictures…
Our guide slept somewhere in the shades when Leila wanted to ask him again if that is the said photo spot. Yes, it was. Oh, what?
Since we did not have much time left until we move on, we quickly made those kind of dimension photos. But that was more difficult then expected to get us all four right on a picture. If there had not been such communication problems with our guide, we could have used the time right before…
Second strike.

We moved on to an area in the salt desert that was covered with a layer of water. Due to the extreme width and the flat surface, beautiful reflections are the result. Unfortunately, it was not possible for us to get out of the car, because the hard salt crystals under the water surface were so sharp that you could not stand on it barefoot. It hurt too much. Our flip flops were packed in our backpacks, which were well lashed on the roof. But no problem, after all, the tour operator had told us, for this purpose we get rubber boots. Unfortunately, our driver did not know about it. No rubber boots.
Third strike.

Rob somehow fished Leila’s flip flops out of the backpack on the roof and with some shoe sharing we were able to take some pictures. This time the driver even helped us with taking it. That none of us, was not good at him anymore, must not be mentioned here extra. We slowly got real angry.

For watching the sunset we drove again for a few minutes through the salt desert. The jeep pushed through the shallow water and stopped on a salt bank. It was actually one of the most beautiful sunsets we have ever seen. However, this mood was clouded by a splashing sound from the background. A few meters away, our driver peed from our small salt island into the salt water.
Fourth strike, I would say.

This whole tour package included an overnight stay. So we were taken back to Uyuni in a hostel. Each couple got their own room, one outdoor shower was shared between the guests. For dinner we had a chicken soup as a starter and Schnitzel with fries to the main course. In addition to tea. Sounds good? Not if you have stated that you are a vegetarian and allergic to potatoes.
When booking the tour, we had to fill in a list and specify the shoe size for the rubber boots and any special dietary habbits for the meals. After all, they now have this information for the statistics, because these data weren’t used for any other reason. Leila asked the cook for an alternative, but since she did not know anything about Leila’s diet, she was not willing to do something about it. So Leila went to bed after a long day without dinner.
Fifth and last strike.

Boiling in rage we knew that we did not want to continue the tour like THIS. Our attempt to have a clarifying conversation with the tour operator the next day failed in several attempts. We would like to spare you the details … but at least to tell, understanding was missing and a sudden memory loss was on the agenda.

We were totally pissed off. Not even a few euros comensation he offered us (everyone got 6 Euro), weren’t helping anything. The tour operator fucked up in every way. After much back and forth, we decided to cancel the tour, even having in mind we will not get the money back. But the fact, that so many agreements were not kept and we did not really feel comfortable with the (drowsy) driver, lead us to this decision. We were tired of empty promises.

We were given the hint to go to the tourist police to claim our money back. But this went backfire. On our receipt only the price was noted, but nothing of the agreed services. Our tour operator was brought to the tourist police and after a while Leila was in a heated discussion in Spanish between herself against three Bolivians. She was now alone in the line of fire because any attempt to discuss with them in English failed.
In summary: The tourist police is the same mafia as this tour operator. As it turned out later by research in the internet, we were not the only ones who got trapped for exactly the same scam. Probably because of the bad reviews the tour operator had renamend his company again and again. Actually, the tour in the salt desert should have been the highlight of our Bolivian trip. Instead, the visit to the tourist police became the highly emotional end of a one and a half day drama.
Anyway, we were fed up with Bolivia.

We spent the afternoon gloomy in a pizzeria. Then we checked in a hostel for the night and the next day we took the bus to Atacama, Chile.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.