—see English below—

verliebt verlobt verheiratet

Nachdem wir diese überraschende Nachricht öffentlich gemacht haben, kamen natürlich einige (viele Fragen) von euch, deswegen ziehe ich den Artikel nun etwas vor um eure Neugierde zu stillen 😉

Der perfekte Antrag?
Wir lagen am frühen Abend im Bett in unserem Airbnb. Am nächsten Tag wollten wir unseren Mietwagen abholen und unsere Neuseelandreise im Auto fortsetzen. Wir hatten schon öfters darüber gesprochen, irgendwann mal nach der Reise zu heiraten. Jan arbeitete am Laptop und ich schaute auf Pinterest ein paar Bilder durch.

Kathrin: Wir könnten doch auch einfach jetzt heiraten?
Jan: Was? Wie? Du meinst jetzt? In Neuseeland?
Kathrin: Ja, wieso nicht?
Jan: Geht das denn so einfach?
Kathrin: Keine Ahnung. Aber wir können ja mal googeln.

Ja, es geht so einfach. Google spukte sofort ein paar eindeutige Artikel aus, die darauf schließen ließen, dass man als Ausländer keinen großen Aufwand betreiben muss, um zu heiraten.

Jan: Dann lass uns doch aufs Standesamt fahren und nachfragen ob es tatsächlich so geht.

Auf unserer Route lag das Standesamt in Dunedin, also stoppten wir dort.
Die Mitarbeiterin am Amt erklärte uns geduldig, dass wir online einen Antrag ausfüllen müssten und dann einen Termin zugeteilt bekommen.
Dame vom Standesamt: Wann wollen Sie denn heiraten?
Jan: So schnell wie möglich. Wir sind nur ein paar Tage in Neuseeland.
Ein verduzter Blick der Mitarbeiterin, aber eine schnelle Reaktion ihres älteren Kollegen war unser Triumph.
Älterer Herr vom Standesamt: Wir könnten Ihnen für Freitag einen Termin geben, sie müssen nur das Formular hier ausfüllen.
Wir sahen uns kurz an und meinten nur: Ok!

Unsere Hochzeitscheckliste

Wie ja die meisten wissen, reisen wir nur mit Rucksack. Auf unsere eigene Hochzeit waren wir somit in keinster Weise vorbereitet. In Wanderkleidung wollten wir jedoch nicht heiraten. Wir hatten vier Tage zur Vorbereitung, ohne uns selbst unter Druck zu setzen, wollten wir einfach sehen was sich alles ausgeht.

Die Ringe – 4 Tage bis zur Hochzeit
In einer kleinen Mall zwei Blocks vom Standesamt entfernt, suchten wir in mehreren Juwelieren nach unseren Ringen. In einem wurden wir fündig und die Verkäuferinnen hatten Verständnis für unsere Spontanität. Sie gaben eine Eilbestellung auf, weil sie unsere Größen im gewünschten Design nicht auf Lager hatten. Die Ringe kamen rechtzeitig am Tag vorher. Eine richtige Hochzeit verlangt eben auch richtige Ringe.

Das Brautkleid – 3 Tage bis zur Hochzeit
Wir wollten natürlich die Tage nicht nur in Dunedin verbringen, sondern trotzdem noch weiter einen Teil der Insel erkunden (dieser Teil folgt aber in einem separaten Neuseelandartikel). Dazwischen hielten wir aber in „größeren“ Städten, um nach einem passenden Hochzeitskleid zu suchen. In Gore, nach einigen Anläufen, wurde ich in einem Modegeschäft fündig. Ein kurzes weisses Sommerkleid mit kleinem Stehkragen, im Sale für 40 Neuseeländische Dollar (€ 24). Wer hätte gedacht, dass mein Hochzeitskleid der günstigste Beitrag der Hochzeit sein würde.

Der „Anzug“ – 2 Tage bis zur Hochzeit
Das passende Outfit für Jan zu finden, stellte sich als etwas schwieriger heraus. Jan ist für dieses Land doch überdurchschnittlich groß gewachsen, und kaum ein Laden führt langgestellte Herrensakkos. Zurück in Dunedin, wurden wir bei zwei Herrenausstattern zum Glück fündig. Jan wählte ein schlichtes weisses Hemd und ein wunderschönes dunkelblaues Sakko. Als kleines Hochzeitsgeschenk gab der Ladenbesitzer ein weisses Stecktuch kostenlos dazu.

Die Details – 1 Tag bis zur Hochzeit
Für mich sollte die größte Herausforderung die Schuhe werden. Nicht, weil ich so wählerisch war (die gelben rauhleder Sandalen hatte ich sofort ins Auge gefasst). Sondern weil ich keine offenen Heels anziehen wollte, wenn ich bei 12 Grad Celsius Strumpfhose tragen muss und die Zehen nicht verdeckt sind. ABER, abgesehen davon, dass die Kiwis sowieso kein Kälteempfinden haben, haben sie auch Strumpfhosen, die an den Zehen offen sind, und somit für Riemchensandalen perfekt zu tragen sind.
Jan wollte nicht in seinen ausgelatschten Sneakers zur Hochzeit und kaufte sich – ebenfalls im Sale – simple dunkelgraue Stoffschuhe.
Da ich nicht mal Make-up dabei habe, musste ich auch das besorgen. Die passende Hochzeitsunterwäsche kaufte ich, während Jan die Ringe abholte. Als wir zum Auto zurück gingen, kamen wir noch bei einem Blumenstand vorbei. Wir kauften noch schnell sieben Sonnenblumen als Hochzeitsstrauß.

So ganz nebenbei hatten wir unsere persönliche Hochzeitscheckliste doch komplett erfüllt.

Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verbrachten wir, wie die Nächte zuvor auch schon im Auto. Erst ab Donnerstag gönnten wir uns für zwei Nächte ein hübsches Hotel.

Der große Tag
Wir schliefen aus und bestellten uns Frühstück aufs Zimmer. Keiner von uns verspürte Nervosität, wir waren freudig aufgeregt, während wir uns fertig machten. Um 11 Uhr fuhren wir aufs Standesamt. Unsere vom Amt gestellten Trauzeuginnen (Nicole, die junge Dame die uns damals die Anmeldung erklärt hatte, war eine davon), warteten bereits. In einem separaten Raum wurde die Trauung durchgeführt. Kelly, die zweite Trauzeugin übernahm zusätzlich die Aufgabe der Fotografin und hielt die Zeremonie in Bildern fest.
Wir sollten der Standesbeamtin nachsprechen. Vor Aufregung musste ich mich wirklich sehr konzentrieren um darauf zu achten, was sie sagte, damit ich keinen Versprecher einbaute – was ich vermutlich aber sicher tat.

Nachdem wir unsere Versprechen aufgesagt und Ringe getauscht hatten, fragte Jan mit einem Strahlen im Gesicht: Sind wir nun verheiratet?
Die Standesbeamtin musste schmunzeln und meinte nur, „nein noch nicht.
Nun kam die Frage, die wir beide mit „Ja ich will“ bzw. in unserem Fall, da die Trauung ja auf Englisch stattfand mit „I do“ beantworteten.
JETZT waren wir verheiratet.

Wir und unsere Trauzeuginnen unterschrieben noch die Trauscheine und knapp zehn Minuten später war die ganze Zeremonie wieder vorbei. Kelly und Nicole schossen noch ein paar Hochzeitsfotos von uns vor dem Standesamt.

Der perfekte Tag
Nach der Trauung gingen Jan und ich in eine Bar Mittagessen. Mit Prosecco, den besten Fish’n Chips, die ich je in Neuseeland gegessen hatte und Burger feierten wir unsere Hochzeit. Die Kellner spendierten uns noch einen weiteren Prosecco und gratulierten uns, nachdem sie gefragt hatten, was der Anlass ist.
Bevor wir wieder zurück ins Hotel fuhren, hielten wir noch in einem Outdoorladen und Jan kaufte mir mein Hochzeitsgeschenk – zwei neue Karabiner, weil mir meine auf dem Flug nach Neuseeland abhanden gekommen waren.
Zurück im Hotel gab es dann einen ausgedehnten Nachmittagsschlaf. Wir mussten uns in Geduld üben und warten, bis unsere Familien und Freunde, zehn Stunden weit entfernt, aufwachten und wir ihnen endlich die Neuigkeit erzählen konnten: WIR HABEN GEHEIRATET!

Wie heißen wir nun?
Wir haben derzeit unsere Namen behalten, da wir wegen unserer Weiterreise kein Risiko mit den Pässen eingehen wollen. Ob bzw. wie wir unseren Namen nachträglich zuhause ändern lassen, werden wir aber ganz privat entscheiden.

Sind wir bald zu dritt?
Diese Frage kam quasi gleichzeitig mit den Glückwünschen. Aus diesem Grund ist es mir ein Anliegen, hier etwas ausführlicher zu schreiben.
Nein, sind wir nicht. Natürlich haben wir darüber gesprochen und wir haben hierzu eine Meinung. Der Rest ist Privatsache.
Ich weiß, niemand meint es böse, aber hört bitte auf, diese Frage zu stellen. Für viele kam vermutlich sofort in den Sinn „die haben geheiratet, da muss ja was unterwegs sein“. Sicher würden es sich auch einige von euch wünschen…
Aber lasst den Leuten – nicht nur uns – selbst die Entscheidung treffen wie, wann und ob sie Nachwuchs haben wollen. Denn vielleicht springt ihr mit eurer Frage in ein sehr tiefes Fettnäpfchen, ohne euch dessen bewusst zu sein. Vielleicht arbeitet ein Paar schon lange an Nachwuchs, aber es klappt erst nach vielen Jahren. Vielleicht wünscht sich ein Paar nichts sehnlicher, als eigene Kinder, aber es ist dazu nicht in der Lage. Vielleicht ist sich ein Paar auch uneinig und es stellt für sie eine Zerreißprobe dar. Vielleicht will ein Paar auch einfach kinderlos leben ohne sich ständig dafür rechtfertigen zu müssen. Vielleicht heiratet ein Paar auch erstmal aus Liebe und plant Kinder, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
Lasst Leute heiraten oder nicht heiraten, Kinder kriegen oder kinderlos bleiben, in welcher Reihenfolge auch immer. Freut euch einfach mit ihnen, wenn sie euch eine freudige Nachricht erzählen.

Danke, dass ihr euch alle mit uns gefreut habt! Danke für die unzähligen Glückwünsche, Jubelschreie und Tränen. Danke, dass ihr auch am anderen Ende der Welt Anteil an unserer Hochzeit genommen habt!
Mr. & Mrs.


—English version—

In love, engaged, married

Of course, after we made this surprising news public, you had many questions about the happening. So I prepone this article to satisfy your curiosity;-)

The perfect proposal?
We laid in bed in our Airbnb in the early evening. The next day we had to pick up our rental car and proceed road tripping New Zealand. We had often talked about marrying each other sometime after the worldtrip. Jan was working at the laptop and I looked through some pictures on Pinterest.

Kathrin: We could get married here?
Jan: What? You mean now? In New Zealand?
Kathrin: Yes, why not?
Jan: Is that possible?
Kathrin: I don’t know. But we can google it.

Yes, it is so easy. Google immediately showed a few articles that it seems not very difficult to get married as a foreigner in New Zealand.

Jan: Well, then let’s go to the registry office and ask if it really works.

Next on our route was the registry office in Dunedin, so we stopped there.
The employee at the office explained us patiently that we need to complete an application form online and then we have to wait for an appointment.
Lady from the registry office: When do you want to get married?
Jan: As soon as possible.We are just a couple of days in New Zealand.
A perplexed view of the lady, but a quick reaction from her older colleague was our triumph.
Older man from registry office: We could do it on Friday, just fill in the form here.
We looked at each other briefly and just said to them: Ok!

The Wedding Checklist

As most people know, we only travel with backpacks. We were not at all prepared for our own wedding. But we didn’t want to get married in hiking clothes. We had four days for the preparation and without putting pressure on us we tried to organize as much as possible.

The rings – 4 days to the wedding
In a small mall two blocks away from the registry office, we were searching at different jewelleries for our wedding rings. We had luck at one shop and the sales assistant understood our spontaneity. She placed an urgent order because they didn’t have our sizes in the desired design on stock. They arrived on time the day before. A real wedding requires proper rings.

The wedding dress – 3 days to the wedding
Of course, we didn’t just want to spend all days in Dunedin, we wanted to go on with exploring the South Island (this part follows in a separate New Zealand article). In between, however, we stopped in „bigger“ cities to look for a wedding dress. I found something in Gore in a fashion store. A short white summer dress with a small stand-up collar, on sale for 40 New Zealand dollars (about € 24). Who had thought, that my wedding dress would be the least expensive part of the wedding.

The „suit“ – 2 days to the wedding
Finding the right outfit for Jan turned out to be more difficult. Jan is larger than the average of this country, and there was hardly a shop that had long tailored men’s suits. Back in Dunedin, we were lucky in two menswear stores. Jan chose a simple white shirt and a beautiful dark blue blazer. As a small wedding present, the shop owner gave Jan a white handkerchief for free.

The details – 1 day to the wedding
For me, the biggest challenge were the shoes. Not because I was so picky (I had the yellow full-grain leather sandals immediately caught in the eye). But I did not want to wear open heels, because having in mind it has 12 degrees Celsius outside, I wanted to wear tights and the toes are not covered. BUT, in addition to the fact that the Kiwis have no sense of the cold anyway, they also have tights that are open at the toes, and this is perfect for strappy sandals.
Jan didn’t want to go to the wedding in his worn-out sneakers and bought – also on sale – simple dark gray fabric shoes.
I bought make-up and, of course, the matching wedding underwear, while Jan picked up the rings. When we went back to the car we passed a florist. So we quickly bought seven sunflowers as a wedding bouquet.

And incidentally we completed our personal wedding checklist.

The night from Wednesday to Thursday we spent, like the days before, in the car. Only on Thursday we treated ourselves for two nights with a nice hotel.

The big day
We slept long and ordered breakfast in room. Neither of us felt nervous, we were just excited while getting ready. At 11 o’clock we went to the registry office. Our two witnesses (Nicole, the young lady who had us signed up for the registration at that time was one of them) were already waiting for us. The wedding was held in a separate room. Kelly, the second witness, also took over the task of the photographer and captured the ceremony in pictures.
We had to repeat the registrar. Cause I was so excited, I really had to focus on paying attention to what she said so I would not make a slip-up – which I maybe did.

After we made our promises and exchanged rings, Jan asked with a big smile: Are we married now?
The registrar had to smile too and just said, „no not yet.“
Then she asked the the question that we both answered with „I do“.
NOW we were married.

We and our witnesses signed the copies of the particulars of marriage and within ten minutes the whole ceremony was over. Kelly and Nicole shot some wedding photos of us in front of the registry office, too.

The perfect day
After the wedding, Jan and I went to a bar for lunch. With Prosecco, the best fish’n chips I have ever eaten in New Zealand, and burger we celebrated our wedding. The waiters gave us another Prosecco on house and congratulated us after asking about the occasion.
Before we drove back to the hotel, we stopped at an outdoor shop and Jan bought me my wedding present – two new carabiners, because I lost mine on the flight to New Zealand.
Back at the hotel we had a long afternoon nap. We had to exercise patience while waiting until our families and friends finally woke up, ten hours away and we could finally tell them the news: WE GOT MARRIED!

What’s our surname now?
At the moment we both keep our names because we don’t want to take any risks with the passports during our onward journey. But the decision if or how we will change the name after our trip, this we will decide in private.

Are there three of us soon?
We were asked this question almost the same time when we received the good wishes. For that reason, it is my concern that I’m writing here about this topic more a bit more detailed.
No, we are not. Of course we talked about it, and we agree in our opinions. But the rest is private.
I know nobody means it bad. But, please stop asking those questions. For many of you it popped probably immediately to your mind „they got married they must be expecting a baby“.
Let people – and that’s in general and not just us – decide for themselves how, when and if they want to get offspring. Because maybe you drop a heavy brick with your question without even recognizing it. Maybe a couple has been trying to get offspring, but it takes years until it happens. Maybe a couple is disunited about this question and for them it is a crucial test for their partnership. Maybe a couple wants nothing more than their own children, but they are not capable of doing so. Maybe a couple just wants to live childless without having to justify themselves all the time. Maybe a couple marries first just because of love and starts planning of getting children when they feel it’s the right time.
Let people getting married or not getting married, getting children or stay childless, in whatever order. Just rejoice with them when they tell you a happy message.

Thank you all for rejoicing with us! Thanks for the countless congratulations, cheers and tears. Thank you for feeling with us in our wedding at the other end of the world!
Mr. & Mrs.

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