Peru war eines dieser Länder, dass nicht zufällig in unsere Reiseroute gerutscht ist. Peru war geplant, Peru wollten wir sehen. Peru wollte ICH sehen. Vor mehr als 10 Jahren, oder sogar 15 Jahren hatte ich eine Dokumentation über Peru gesehen, das Bunte, die Landschaft, die Leute. Nachdem ich das gesehen hatte, war Peru auf meiner Liste ganz weit nach oben gewandert. Meine Erwartungen waren auch entsprechend hoch gesetzt. Ich kann nur nicht sagen, ob meine Erwartungen enttäuscht oder übertroffen wurden, denn es war definitiv anders als ich es damals in dieser Dokumentation gesehen hatte.

Verzeiht bitte, der Text ist etwas lang geworden.

Unser Flug ging direkt in die Hauptstadt Perus, Lima. Mit einem Transferbus wurden wir in der Nähe unseres Hostels rausgeschmissen. Schon im Bus war alles auf den Tourismus ausgerichtet. In den Sitztaschen steckten die ersten Broschüren von Tourenanbieter, Busunternehmen und Bars.
Wir checkten in unsere Hostel ein und wurden auch gleich mit Tourenangeboten überhäuft. Das einzige wofür wir uns aber anmeldeten, war die Free Walking Tour, um einen Eindruck von Lima zu erhalten. Miraflores, die Altstadt war total entzückend. Alte Gebäude, viel Farbe und Graffiti. Unser Tourguide nahm uns auch mit in ein Privathaus im Altbaustil. Es wurde zwar als Hotel geführt, war aber natürlich nicht für jedermann zugänglich. Gleichzeitig war es aber auch ein Museum, beherbergt es neben Gemälde auch Skulpturen, einen Papagei und zwei Pfaue. Eine Busfahrt war ebenfalls inkludiert in dieser Tour, da zeigte sich das erste Mal, dass Jan für dieses Land eindeutig zu groß war. Er konnte sich kaum gerade auf die Bussitze setzen, weil seine Knie vorne anstießen.
Auf einem Markt holten wir uns unseren täglichen Vitamine. Da zeigte sich auch zum ersten Mal das „bunte“ und „geruchsintensive“ Peru. Obst und Gemüse in Farben, die prächtiger nicht sein konnten. Dazwischen ungekühlte Hühnerteile oder Schweinefleisch. Katzen, die über die Arbeitstheken liefen und und schreiende Markthändler. Unsere westliche Nase war an die (teils strengen) Gerüche nicht gewohnt, sodass wir die Markthalle nach kurzer Zeit wieder verließen.

Busse in Peru bieten mehr Komfort als manche Fluglinie
Vier Stunden dauerte unsere Busfahrt von Lima nach Paracas – fast zu kurz. Wir sind mit der Buslinie Cruz del Sur gefahren. Mittlerweile unsere Buslinie des Vertrauens. Die Busse, alle zweistöckig sind luxuriöser als so manche Billigfluglinie. Für umgerechnet € 13,- pro Person, saßen wir im zweiten Stock, erste Reihe in VIP-Sitzen. Man konnte die Lehne soweit zurückstellen, dass man angenehm liegen konnte (ohne die Person dahinter zu berträngen). Decken und Kissen waren selbstverständlich, sowie ein Mittagessen und Getränke. Eigentlich die angenehmste Busfahrten die wir je auf unserer Südamerika reise hatten. Eigentlich? Weil man, wenn man in der ersten Reihe saß und somit durch die Frontscheibe blicken konnte, auch mitbekam, wie peruanische Busfahrer durch Stadtverkehr oder Berglandschaften brausten. Die Taube die einmal gegen die Frontscheibe knallte war das geringste Übel. Jan und ich waren nicht die einzigen, die regelmäßig mitbremsten oder vor Schreck irgendwelche Laute von sich gaben. Die Überholmanöver bei entgegenkommenden Verkehr möchte ich gar nicht weiter kommentieren. Nur eines sei gesagt, wenn ein Reisebus überholt, weicht der entgegenkommende Verkehr aus und nicht der Reisebus. Falls nun der/die ein odere andere nun denkt, die Busfahrer sind ja verrückt. Nein, in der peruanischen Straßenverkehrsordnung gelten andere Regeln – die des Stärkeren.

Paracas und Galapagos für Arme
Der kleine Küstenort Paracas war bekannt für seine Touren zu den „Galapagos Inseln für Arme“, Isla Balestas. Unser Hostel lag ein bisschen außerhalb der Touristenhauptstraße. Als wir zu Fuß vom Busbahnhof den knappen Kilometer gingen, hörten wir ständig Hupen. Anfangs dachten wir, Taxi sahen in uns – offensichtlichen Touristen – ein lukratives Geschäft. Erst nach Tagen haben wir verstanden, sämtliche Autos hupten ständig. Ob beim Überholen, Abbiegen, bei Kreuzungen, oder auch um als Taxi auf sich aufmerksam zu machen. Eine Hand hupbereit zu halten, war üblich.
Den Nachmittag wollten wir nutzen um einen Tourenanbieter zu finden, der uns zur Isla Belastas bringen sollte. Auf der Insel soll es Seelöwen, Pinguine und allerlei Vögel zu sehen geben.
Schwierig war es nicht, einen Tourenanbieter zu finden, da man uns immer eindeutig als Touristen erkannte, wurden uns sämtliche Angebote in Abständen von zehn Metern ins Gesicht geschrien. Wir mussten nur den Günstigsten ausfindig machen.

Die Tour selbst war dann leider etwas unglücklich verlaufen. Unser Boot sollte um 10:00 Uhr ablegen, es gab jedoch einige technische Schwierigkeiten die zu einer Zeitverzögerung führte. Die verlorene Zeit wurde vom Kapitän wieder eingeholt, indem er bei unseren Besichtigungsspots nur kurz ausharrte bevor er zum nächsten Spot und schließlich wieder zurück düste. Trotzdem sahen wir den Kerzenständer, der in den Sand gemalt wurde, unzählige Seelöwen, Vögel und sogar Pinguine! Und ganz ehrlich, obwohl wir einen guten Abstand zur Insel hielten, war der Gestank der vollgeschissenen Felsen kaum auszuhalten.

Unsere kulinarischen Experimente
Die Parallelstraße zur Küstenpromenande war weit weniger touristisch, weswegen wir dort unser Glück mit Abendessen versuchten. Und tatsächlich, das erste kleine Lokal bot ein Abendmenü mit der kostlichsten Hühnersuppe, die ich je hatte als Vorspeise. Von dem Moment an, probierte ich mich durch sämtliche Suppenangebote Südamerikas. Wir zahlten für zwei Menüs (Vorspeise und Hauptspeise) und zwei Getränke nicht mal €8,- zusammen.

Mit Pisco Sour, der typisch peruanische Cocktail, wollten wir auf unser Einjähriges anstoßen. Die Hauptzutat des Cocktails ist rohes Eiweiß, weswegen wir bei der Wahl des Lokals sehr penibel vorgingen.
Wie er geschmeckt hatte? Süß und cremig. Ob wir ihn nochmal trinken würden. Ich denke nicht.

Nachdem wir nun das Nationalgetränks Perus probiert hatten, wollten wir auch die Nationalspeisen kosten. Ceviche, ist ein Fischgericht. Sehr erfrischend und köstlich. Roher Fisch wird mit Zitrone und Koriander gewürzt und für einige Zeit eingelegt. Mit rohen Zwiebel und Salat wird er dann serviert. Durch die Zitronensäure arbeitet das Fischfleisch und ist nicht mehr wirklich roh, aber doch roh (mariniert).
Ein anderes Lokal, wieder abseits der Touri-Straße bot ein Abendmenü inklusive Ceviche als Vorspeise an. Dazu gab es einen frischgepressten Papayasaft.

Was wir unbedingt probieren mussten, war natürlich Meerschweinchen. In Cusco – ich greife etwas vor – wurde uns ein Lokal empfohlen, wo es angeblich ausgzeichnetes Meerschweinchen geben sollte. Ich war sehr froh, dass wir dieses Restaurant gewählt hatten. Denn auf vielen Karten hatte ich es schon gesehen – im Ganzen, mit Kopf und Pfoten. Das Restaurant, das wir gewählt hatten, servierte nur einzelne Stück. Sozusagen die Hinter- und Vorderkeulen. Der Geschmack erinnert an Kaninchen, es war sehr saftig und zart. Die Haut knusprig gebraten, die kleinen Knochen aber mühsam rauszufutzeln. Jan bestellte sich gefüllte Alpakarollen. Ebenfalls sehr köstlich, wenn auch ein bisschen trocken.

Mein kulinarisches Highlight war aber was ganz anderes und ganz simples. Riesenmais. Ob in gerösteter und gesalzener Form als Reisesnack oder ein gekochter Maiskolben vom Straßenstand. Diese riesigen Maiskörner waren einfach nur lecker.

Huacachina, eine riesige Sandkiste
Die Wüstenoase Huacachina sieht auf so manchem Instagrambild mehr als idyllisch aus. Umgeben von berghohen Sandünen, traumhafte Sonnenuntergände und der kleine grüne See umgeben von Palmen und eine Reihe Häuser. Die hohen Sanddünen und die dahinterliegende Wüste waren auch mehr als beeidruckend. Auch der Sonnenuntergang über die Dünen war malerisch. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich der See in der Mitte jedoch eher als Sumpf und die Häuser die im Halbkreis um den See angelegt sind, waren ausschließlich Hostels und Tourenanbieter. Nicht mal einen Supermarkt hatte dieser Ort zu bieten.
Wir hatten zwei Nächte gebucht, viel zu lang für das was dieser Ort zu bieten hatte. Denn man kam nur dort hin, um mit einem Sandbuggy durch die Wüste zu flitzen und sich im Sandboarding zu versuchen. So auch wir.

Eine Achterbahnfahrt durch die Wüste
Wir durften auf den Plätzen neben dem Fahrer Platz nehmen. Insgesamt hatten gut 12 Personen in so einem Buggy Platz. Ich musste meine Beine auf das Armaturenbrett stellen, damit der Fahrer schalten konnte. Er startete gleich mit Vollgas durch. Wir waren froh, Sonnenbrille und Halstuch dabeigehabt zu haben. Der Sand flog einem nur so ins Gesicht. Jede noch so hohe Düne wurde angesteuert um dahinter steil bergab, mit Geschrei wieder runterzudüsen. Nach ein paar Kilometer wurde ein Stopp gemacht, damit wir uns in Sandboarden üben konnte. Ein Irländer und ich hatten uns professionelle Snowboards geliehen, die anderen Teilnehmer simple Bretter auf denen sie am Bauch die Sandberge runterrutschen.
Ich war in zwei Schwüngen die Sandpiste unten, danach bremste mein Brett im Sand. Regelmäßig vor jeder neuen Abfahrt musste der Tourguide mein Brett mit Wachs bestreichen, damit es auf dem Sand gut rutschte.
Bei einem Stopp erlaubte er uns beiden, dass wir die Düne noch höher aufstiegen um von ganz oben abzufahren. Ich glaube, das war das anstrengenste was ich je in meinem Leben gemacht hab. In der Spätnachmittagshitze, in Snowboardboots mit Snowboard unter dem Arm eine Sanddüne besteigen. Jeden Schritt musste man doppelt machen, denn im fließenden Sand rutschte der Fuß immer ab.
Mit adrenalinerfüllten Geschrei ging die Fahrt weiter. Zu einem geeigneten Platz um unter den Wolken doch noch den bilderbuchhaften Sonnenuntergang zu sehen.
Huacachina ist für diese Sanddünen-Tour sicher einen Besuch wert. Aber ein Tag, maximal eine Nacht ist völlig ausreichend. Wenn man den Nachtbus nach Arequipa nimmt, kann man in aller Ruhe die Nachmittagstour machen und erreicht trotzdem ohne Stress den Bus. Und man erspart sich die Übernachtung in der Oase.

Zwiebacktage in Arequipa
Es hatte sich schon in Huacachina gezeigt. Irgendwie hatten Jan und ich uns was eingefangen. Rohes Eiweiß? Roher Fisch? Fruchtsaft mit peruanischem Leitungswasser? Sobald ich irgendetwas zu mir nahm, konnte ich die Sekunden zählen, ehe es sich wieder den Weg nach draußen suchte. Jan hatte es nicht ganz so schlimm erwischt, aber auch er besuchte das WC öfters als normalerweise. Kohletabletten oder Immodium Akut halfen nicht. Ihr könnt euch vorstellen, wie sehr ich mich auf die Nachtbusfahrt nach Arequipa freute. Zwar hatte der Bus ein WC an Bord, aber wisst ihr wie Zug-Toiletten aussehen?
Ich hielt die Busfahrt zwar nur mit einem Toilettenbesuch durch, dafür aber auch ohne einer Sekunde Schlaf.
Zum Glück konnten wir direkt in der Früh schon unser Hostelzimmer beziehen. Und nochmal zum Glück hatten wir ein Doppelzimmer mit eigenem Bad. Ich legte mich zwei Stunden schlafen. Jan kontaktierte in der Zwischenzeit meine Krankenversicherung.
Im Krankenhaus wurde ich gleich mal an den Tropf gehängt, weil ich bereits völlig dehydriert war. Beide mussten wir Stuhlproben abgeben und das Ergebnis war: Bakterien und Verdacht auf Parasiten.
Wir bekamen einen ganzen Sack voll Antibiotika und andere Medikamente mit. Zurück im Hostel legte ich mich gleich wieder schlafen. Jan, der etwas fitter war, ging noch zum Supermarkt um Zwieback und andere magenfreundliche Lebensmittel zu besorgen.
Drei Tage verbrachten wir im Bett, und nach diesen drei Tagen kennen wir uns nun noch ein Stückchen besser 🙂

Santa Catalina, die Stadt in der Stadt
Den Trip zum Colca Canyon mussten wir auslassen, als es uns aber endlich besser ging, besuchten wir stattdessen das Kloster Santa Catalina. Die Klosteranlage stammt aus dem 15. Jahrhundert und die Nonnen haben bis vor wenigen Jahren noch genau wie damals gelebt. Seit den 70er Jahren sind einige Bereiche für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist eine eigene kleine Stadt in der großen Stadt Arequipa. Man kann stundenlang drinnen herumwandern und die schönen bunten Hauser und die mit Blumen geschmückten Gässchen bewundern. Und die Gassen rochen bei weitem nicht so, wie manche in Arequipa.
Wir hatten Glück, denn an einem Montag vormittag mussten wir nicht lange anstehen und auch drinnen war wenig los.
Zum Abschluss gab es noch einen Tee im Kloster eigenen Café. Es gibt nicht viele Kloster, in denen ich freiwillig mehrere Stunden verbringen würde, aber das Kloster Santa Catalina kann ich nur wärmsten empfehlen.
Vielleicht auch deswegen, weil in diese Gassen niemand einfach so an den Straßenrand pinkelt oder man aufpassen musste, ob man in einen Hundehaufen tritt (wie sonst in Arequipa außerhalb des Klosters).

Cusco, Cusco, Cusco
Von Arequipa ging es mit dem Bus nach Cusco, der Stadt von der sämtliche Tripps nach Machu Picchu führen. Die komplette Stadt ist für den Machu Picchu Tourismuss ausgelegt. Sobald man auch nur in die Nähe des Plaza de Armas kommt, versuchen einen die Tourenanbieter zu ködern.
„Rainbow Mountain?“
„Machu Picchu?“
„Massage?“
„Inka Jungle Trail?“
Wir konnten kaum einen Meter gehen, ohne das uns irgendwelche dieser Angebote entgegengeschrien wurden. Es war ein Spießroutenlauf, hatten wir doch unsere Touren schon längst gebucht.
Eigentlich ist Cusco ein netter kleiner Ort, der es definitv wert ist, besucht zu werden. Die Straßen abseits der Tourismuszone sind überfüllt mit einheimischen Straßenverkäufern. Passend zum Valentinstag wurden Rosen, Luftballoons und Herzerl-Karten angeboten. Am Abend mischten sich dann noch diverse kleine Grillstände und riesige Kochtöpfe mit dampfenden Maiskolben dazwischen. Ebenfalls ein Spießroutenlauf, aber auf die interessante Art. Auch der Hauptplatz mit den alten Gebäuden und den sich dahinter erstreckenden Gebirge ist ein wirklich schöner Anblick. In den Seitengassen befinden sich ein paar nette Cafes, die mit unseren Hipsterläden vergleichbar sind. Eines hatte es uns besonders angetan. Für 10 Sole (umgerechnet ca. € 2,70) bekam man dort einen Koka-Tee oder Kaffee und den besten Karottenkuchen der Welt. Um Cusco genießen zu können, muss man lediglich die Souvenirläden und das Überangebot an Tourenanbieter ausblenden.
Ein Punkt, der jedoch wahnsinnig spannend zu beobachten war: die diversen Straßenverkäufer reagierten perfekt auf die Bedürfnisse der Touristen.
Lief man mit schmutzigen Wanderschuhe herum, bekam man äußerst viele Angebote von Schuhputzern. Sah es nach Regen aus oder regnete es bereits, gab es Regenponchos an jeder Ecke, bei Sonnenschein wiederum Sonnencreme und Sonnenbrillen. Stieg man aus einem Tourenbus der von Machu Picchu oder Rainbow Mountain zurückkam, hörte man schon lauthals „Massage, Massage!“.
So aufdringlich die waren, im Erkennen der Kundenbedürfnisse kann den peruanischen Straßenverkäufern keiner was nachmachen.

Auf 5200 Meter über Meereshöhe
Der neueste Instagram Hotspot Perus ist der sogenannte „Rainbow Mountain“, im Original Vinicunca. Ein Berg, der vor wenigen Jahren noch völlig unbekannt war, weil seine namensgebenden sieben Farben noch unter dickem Schnee versteckt waren. Klimaerwärmung sei dank, kamen diese aber vor einigen Jahren zum Vorschein, und Instagram sei dank, ist er in kurzer Zeit ein sehr beliebtes Fotomotiv geworden. Wenn ihr wissen wollt, wie dieser Berg NICHT aussieht, einfach mal auf Instagram nach #rainbowmountain suchen. Ihr werdet absolut unmöglich bearbeitete Bilder finden, der Berg wird in den wildesten Farben auftauchen. Die Personen auf den Fotos werden im typischen Peruponcho oder gar mit Shirts oder leichter Bekleidung davor posen. Warum ich das so abschätzig erwähne? Weil es nicht so ist, wie es auf den Fotos gezeigt wird.
Der Bus brachte uns zu einem Parkplatz, der bereits auf ca. 4500 Meter liegt. Es galt somit, „nur“ 700 Höhenmeter zu überwinden. Was auf dieser Höhe aber kein Kindergeburtstag ist. Höhenkrankheit ist kein Aberglaube, wie wir beobachten konnten. Die vielen Tage in Arequipa und Cusco hatten uns gut auf die Höhe vorbereitet. Es war zwar anstrengend und das Atmen viel uns wirklich schwer, aber Schritt für Schritt, ganz langsam und kontinuierlich kamen wir voran. Nach gut eineinhalb Stunden hatten wir den Aussichtspunkt erreicht. Die meisten Höhenmeter waren erst zum Schluss zu überwinden. Es war Regenzeit, was auf dieser Höhe aber Schneefall bedeuten konnte.
Eingepackt in dicker Kleidung, der eisige Wind verstärkte die Temperaturen noch, machten wir ein paar Fotos. Leider verdeckte der Nebel die Farben. Aber wir feierten, dass wir unseren ersten 5-Tausender geschafft hatten.
Dann hatten wir doch noch Glück und der Wind verblies die Wolken. Die Farben und die Aussicht waren wirklich gigantisch. Die unterschiedlichen Mineralien im Berg hatten farbige Streifen im Berg hinterlassen – nun eindeutig zu erkennen. Aber bei Weitem nicht so farbintensiv wie manches bearbeitetes Bild im Internet.
Auch hier oben war wieder alles auf den Tourismus ausgelegt. Am Parkplatz hatten die möchtegern-Reiseblogger bereits die Möglichkeit, sich mit einem Pferd hochtragen zu lassen, um sich die weissen Turnschuhe im Gatsch nicht schmutzig zu machen. Andere wiederum hatten gerademal ein Sweatshirt an, oder kamen ohne Rucksack und Trinkwasser auf den Berg. Anscheinend ist es en vogue, völlig unvorbereitet einen 5000er Berg für das perfekte Instagram Foto zu besteigen.
Am Gipfel posierten kleine Quechua-Mädchen in ihrer traditionellen Kleidung (mit Sandalen!) mit Alpakas, um sich für ein paar Soles mit Touristen fotografieren zu lassen. Ich konnte es mir nicht verkneifen, einen Touristen anzuschnauzen, als er eines der Mädchen mit Schnalz-Geräuschen dazu bringen wollte, herzusehen. Er solle sie gefälligst normal fragen, ob er ein Foto machen darf und sie nicht locken wie einen Hund.
Nachdem wir von uns ein paar Fotos gemacht hatten, mussten wir nach 30 Minuten den Rückweg antreten. Länger durften wir uns auf dieser Höhe nicht aufhalten.
Ein unbeschreibliches Gefühl zum ersten Mal auf 5200 Höhenmeter zu stehen, aber auch ein erschreckendes Bild, was der Tourismus anrichten kann.

Machu Picchu – die Milchkuh Perus
Natürlich gibt es aber den Touristen-Hotspot schlechthin in Peru. Für die meisten der Hauptgrund für eine Peru-Reise. Machu Picchu, die Inkaruinen. Wir hatten keine Wanderung oder Tour gebucht, wir wollten es auf eigene Faust machen. Mit einem Bus ging es sechs Stunden über Serpentinen nach Hidroelectrica. Nach dieser Busfahrt verstanden wir die Warnhinweise des auswärtigen Amtes nur zu gut, in der Regenzeit auf Busfahrten in diesem Gebiet zu verzichten. Erinnert ihr euch noch an die von mir beschriebene Fahrweise? Auch wenn unser Fahrer wirklich vorsichtig unterwegs war, gab es noch andere Busse, die auf der selben Strecke fuhren. Die vielen Hindernisse auf den schmalen Straßen und hinter Kurven, ausgelöst durch Steinschläge und Murenabgänge, gaben ihnen keinen Grund, langsamer zu fahren und hielten sie nicht davon ab, auf den engen Straßen zu überholen.
Endlich in Hidroelectrica angekommen, gingen wir zu Fuß zwei Stunden entlang der Zugschienen bis nach Aguas Caliente – der Ort vor Machu Picchu. Die Luftfeuchtigkeit war schlimmer als in einem Regenwald. Weil wir unseren großen Rucksäcke im Hostel in Cusco ließen, hatten wir natürlich nur das Notwendigste dabei und daher auch kaum Wechselkleidung.
Auch wir können Instagram – auf dem Foto unten sieht es so aus, als wären wir allein auf den Schienen gewandert. In Wirklichkeit waren vermutlich noch 1000 andere Touristen auf den Schienen unterwegs.

Der Einlass zu den Inkaruinen wird streng reglementiert, 200 Personen pro Stunde. Wir hatten unser Ticket für den darauffolgenden Tag um 8 Uhr bereis einige Tage zuvor direkt im Machu Picchu Büro in Cusco gekauft, zusätzlich hatten wir aber auch noch ein Ticket für den Wayna Picchu, der spitze Berg den man auf jedem Bild hinter den Ruinen sieht. Wichtig ist, das Ticket ein paar Tage vorher zu kaufen, denn Spontankäufe sind aufgrund der hohen Nachfrage nicht möglich – selbst in der Regenzeit nicht.
Meine Empfehlung: Alle Tourenanbieter werben damit, möglichst früh „vor allen anderen“ zu starten. Nachdem ich nun dort war, würde ich nun eher eine Zeit „nach allen anderen“ empfehlen. Denn wenn alle so zeitig wie möglich Machu Picchu besichtigen wollen, sind alle zur selben Zeit dort. Die Personenanzahl ist so oder so reglementiert, und wir hatten den Eindruck, dass ab ca. 13:00 Uhr die Masse abnimmt.

Mit dem Bus (das Busticket kostete fast soviel wie der Eintritt selbst), wird man von Aguas Caliente im Tal den Berg hoch zum Eingang der Inkaruinen gebracht. Keine Sorge, falls ihr bei der Bushaltestelle in einer langen Schlange anstehen müsst. Die Busse fahren im 5-Minutentakt, damit ja jeder der unzähligen Touristen rechtzeitig oben ist. Sobald der Startschuss für unseren Einlass gefallen war, wurden wir mit der Masse reingeschoben. Erst als sich hinter der ersten Anhöhung die Ruinen zu erkennen gaben, verlor sich die Menschenmenge. Wir waren sprachlos.
Wir boxten uns durch die Touristen um ihnen ein bisschen zu entkommen. Sobald die ersten schmalen Wege überwunden wurden, verlaufen sich die Menschen und man kann den Anblick ohne Gedränge genießen. Wir hatten auch noch Glück, denn trotz Regensaison hatten wir strahlend blauen Himmel. Wir liefen durch die Ruinen, machten Fotos und kämpften uns bis zum Eingang des Wayna Picchu vor. Nachdem wir uns in das Registrierbuch eingetragen hatten, begann der Aufstieg. Anstrengend, weil wir viele hohe ungleichmäßige Stufen überwinden mussten, aber jeden Schweißtropfen wert.
Der Blick vom Gipfel über die Inkaruinen war atemberaubend. Obwohl mit uns einige andere Personen am Gipfel waren, konnten man den Anblick in völliger Ruhe genießen.

Die Nacht verbrachten wir wieder in Aguas Caliente, denn wir hatten für den nächsten Tag eigentlich unseren Bustransfer zurück nach Cusco. Nur irgendwie wollten wir einerseits nicht bis zum Nachmittag warten (der Bus zurück fährt nur um 15:00 Uhr) und andererseits wollten wir nicht nochmal sechs Stunden der Gefahr von Steinschlag ausgesetzt sein. Also buchten wir uns kurzerhand -für viel Geld- ein Ticket für den nächstmöglichen Zug.
Mit dem Zug fährt man durch wunderschöne Landschaften, aber auch diese Fahrt wurde sehr touristengerecht gestaltet. Bei einer Modenschau zeigten die Zugbegleiter die aktuellste Mode aus Alpaka-Wolle, die direkt im Zug gekauft werden kann und ein komisches Wesen führte zur Unterhaltung vieler auch noch einen traditionellen Tanz auf.

Wir waren einfach froh, schneller als ursprünglich geplant wieder in Cusco zurück zu sein, denn am nächsten Tag sollte es für uns weiter gehen nach Puno.

Floating Islands – ein Alptraum einer Tour
Unsere letzte Station in Peru war Puno, die Stadt am Titicacasee. Von dort wollten wir dann nach Bolivien.
Wir hatten Puno eigentlich nur als Durchreisedestination gesehen. Spontan nahmen wir aber an unserem Ankunftstag an einer Tour zu den Floating Islands (schwimmenden Inseln) teil.
Ein Boot brachte uns und ein paar andere aus unserem Hostel zu einer der Inseln. Den ersten Schritt auf der schwimmenden Insel konnten wir gar nicht wirklich genießen, denn wir mussten uns sofort in einem Kreis hinsetzen. Der Guide stellte uns den „Präsidenten“ der Insel vor und erzählte uns etwas über das Leben auf der Insel. Soweit so gut. Dann erzählte er auch etwas über die Boote. Eines der Boote wurde – sehr Touristen gerecht – Mercedes Benz genannt. Anschließend wurden wir dazu eingeladen uns die Wohnhütten von Innen anzusehen. Im Endeffekt wurden uns nur diverse „Handarbeiten“ gezeigt und zum Kauf angeboten.
Anschließend mussten wir uns wieder in einen Kreis setzen und der ganzen Tour wurde die Krone aufgezeigt. Die Einheimischen der Insel stellten sich vor uns auf und begannen in diversen Sprachen zu singen. Aber kein traditionelles Lied, wie vielleicht erwartet. Nein. Auf Deutsch sangen sie „alle meine Entlein“. Jeder einzelne von uns war so beschämt dieser Demütigung beizuwohnen.
Zu guter Letzt wurde uns noch – natürlich nur gegen Bares – eine Fahrt mit dem Mercedes Benz angeboten. Die meisten von uns sind aber direkt zurück auf unser ursprüngliches Ausflugsboot gestiegen.
Diese eigenartige Art und Weise eine Kultur zu präsentieren hat uns völlig verstört und uns fast vergessen lassen, wie bemerkenswert und einzigartig diese schwimmenden Inseln eigentlich sind. Ganze Dörfer sind auf unzählbaren Schichten Stroh gebaut, es knirscht so schön wenn man darauf geht. Ausserdem hätten wir fast vergessen, dass wir uns gerade auf dem höchstgelegenen See der Welt befinden. Dem Titicacasee, 3812 Meter über dem Meeresspiegel.

Ist Peru nun eine Reise wert?
Ganz klar, Ja – aber mit einem riesengroßen ABER. Denn Peru ist so extrem touristisch überlaufen, wie kaum ein anderes Land, dass wir bis jetzt besucht hatten. Jeden den wir trafen, hatte die selbe Route gerade hinter sich oder die selbe noch vor sich. Das gewisse Ausflugsziele bereits die Besucheranzahl reglementiert, zeigt ebenfall den ernormen Andrang in Peru.
Abseits des Massentourismus ist Peru aber ein wunderschönes Land und es ist verständlich warum so viele Leute diese einzigartigen Ruinen, Orte und Kultur kennen lernen wollen.

Meine Tipps für eine Reise nach Peru:

  • Lasst euch, gerade in Peru, nicht von den Instagrambildern blenden. Seid euch bewusst, dass ihr mit tausend anderen Touristen unterwegs sein werdet und diese „einsamen“ Bilder nur mit viel Geduld oder Photoshop zu Stande kommen.
  • Wenn ihr ausserhalb der Saison fahrt ist weniger los, trotzdem werdet ihr nicht die einzigen sein. Für uns aber unvorstellbar wie Machu Picchu und Rainbow Mountain in der Hauptsaison aussehen würden.
  • Kümmert euch rechtzeitig um diverse Touren oder Treks. Es gibt zwar genug Tourenanbieter, wenn man jedoch ein bisschen auf Qualität achtet oder Eintrittstickets für Machu Picchu benötigt, sollte man ein paar Tage im Vorhinein buchen. Vor Ort sind die meisten Anbieter wesentlich günstiger, natürlich muss man dann aber flexibler sein, was das Datum anbelangt.
  • Achtet bei der Auswahl des Tourenanbieters auf Qualität und nicht nur ob es der Günstigste ist. Gerade auf Wanderung die über 5000 Meter sind, ist es wichtig, dass der Guide über entsprechendes Equipment und Know-How verfügt.
  • Einige Städte, die vermutlich auch auf eurer Route liegen werden, liegen auf über 2500 Höhenmeter. Personen die das nicht gewohnt sind, werden damit ihre Probleme haben. Es ist daher nicht ratsam von Lima (Meeresniveau) direkt nach Cusco (3399 Höhenmeter) zu fliegen und dann sofort eine Wanderung zu unternehmen. Eine Akklimatisierungsphase sollte unbedingt eingeplant werden. Die Route Lima – Arequipa – Cusco war für uns perfekt. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt Probleme mit der Höhe.
  • Peru ist perfekt auf den Tourismus abgestimmt. Ein großer Vorteil, denn die Hauptorte sind alle durch Buslinien miteinander verbunden. Man muss nur genug Zeit für die lange Distanzen einplanen.
  • Der Tourismus ist für die Peruaner natürlich eine wichtige Einnahmequelle, ob das nun ein Hotelanbieter, ein Tourenanbieter oder das kleine Mädchen mit dem Alpaka ist. Aber bitte, es sind genauso Menschen wie jeder andere, also behandelt sie auch so.

— English version —

Peru

Peru was one of those countries that did’t happen to slip into our itinerary. Peru was planned, we wanted to see Peru. More than 10 years ago, or even 15 years ago, I had seen a documentary about Peru, the colorful, the landscape, the people. After watching this, Peru had gone a long way up my bucketlist. My expectations were set accordingly high. I can’t say now if my expectations were disappointed or exceeded, because it was definitely different than what I had seen in this documentary back then.

Excuse me, the text has become a bit long

Our flight went directly to the capital city of Peru, Lima. A transfer bus took us to our hostel. Already on the bus everything was geared towards tourism. In the seat pockets we found the first flyers of tour operators, bus companies and bars.
We checked into our hostel and were immediately overwhelmed with tours. The only thing we signed up for was the free walking tour to get an impression of Lima. Miraflores, the old town was charming. Old buildings, lots of color and graffiti. Our tour guide took us to a private house in the old style. Although it was run as a hotel, but of course not accessible for everyone. At the same time it was also a museum, housing paintings and sculptures, a parrot and two peacocks. A bus ride was also included in this tour, as it was the first time that Jan was clearly too big for this country. He could barely sit on the bus seats because his knees bumped the seat in front.
At a market, we got our daily vitamins. This was also the first time that the „colorful“ and „smell-intensive“ Peru showed up. Fruits and vegetables in colors that could not be more gorgeous. In between uncooled pieces of chicken and pork. Cats running over the work desks and market traders screamed their daily offers. Our western nose was not used to the (sometimes severe) odors, so we left the market after a short time.

Buses in Peru offer more comfort than some airlines
Our bus ride from Lima to Paracas lasted four hours – almost too short. We drove with the bus line Cruz del Sur. In the meantime our bus line of trust. The buses has two floors and are more luxurious than some low-cost airline. For € 13, – per person, we sat on the second floor, first row in VIP seats. You could put back your seat so far that you could lie down comfortably (without bother the person behind you). Blankets and pillows were a matter of course, as well as a lunch and drinks. Actually the most pleasant bus rides we ever had on our trip through South America. Actually? Because, when you sit in the front row and could look through the windshield, you also noticed, how Peruvian bus drivers roared through city traffic or mountain landscapes. The pigeon who once slammed against the windshield was the slightest evil. Jan and I were not the only ones who slowed down regularly or made noises in fright. I don’t want to comment on the overtaking maneuvers of oncoming traffic. I mention only one thing, when a Bus outdated, the oncoming traffic has to avoid and not the bus. If one of you may now think, the bus drivers are crazy. No, in the Peruvian Highway Code other rules apply – those of the strongest.

Paracas and Galapagos for the poor
The small coastal town of Paracas was known for its tours to the „Galapagos Islands for the Poor“, Isla Balestas. Our hostel was a bit out of the main tourist street. When we walked the short distance by foot from the bus station, we heard horns constantly. At first, we thought taxi saw in us – obvious tourists – a lucrative business. Only after days we realized, all cars honked constantly. Whether overtaking, turning, at intersections, or even as a taxi to attract attention. Holding a hand ready to honk was common. The afternoon we wanted to use to find a tour operator who should bring us to Isla Belastas. We expected to see sea lions, penguins and all kinds of birds. It wasn’t really difficult to find a tour operator, because we were always clearly recognized as tourists. That means, all offers in intervals of ten meters were screamed in our face. We just had to find the cheapest.

The tour itself was unfortunately a bit bad. Our boat was supposed to leave at 10:00 am, but there were some technical issues that led to a time delay. The lost time was recovered by the captain, who only stopped at our sightseeing spots for a short time before heading to the next one and finally back again. Nevertheless, we saw the chandelier, which was painted in the sand, countless sea lions, birds and even penguins! And honestly, although we kept a good distance to the island, the stench of the over-crazed rocks was unbearable.

Our culinary experiments
The parallel road to the coastal promenade was far less touristy, so we tried to find a good spot to to have dinner there. And indeed, the first small eatery offered a dinner menu with the most delicious chicken soup I’ve ever had as a starter. From the moment I tried all the soup offerings in South America. We paid for two menus (starter and main course) and two drinks not even € 8, – together.

With Pisco Sour, the typical Peruvian cocktail, we wanted to toast to our one-year anniversary. The main ingredient of the cocktail is raw egg-white, which is why we were very picky in the choice of the restaurant. How it tasted? Sweet and creamy. Would we drink it again? I don’t think so.

After trying the national drink of Peru, we also wanted to try the national dishes. Ceviche, is a fish dish. Very refreshing and delicious. Raw fish is seasoned with lemon and cilantro and marinated for a while. It is then served with raw onion and salad. Due to the citric acid, the fish meat works and is no longer really raw, but still raw (marinated).
Another restaurant, again off the beaten track, offered an evening menu including ceviche for starters. I enjoyed it with a fresh squeezed papaya juice.

What we absolutely had to try was, of course, guinea pig. In Cusco we were recommended a restaurant where there should be allegedly excellent guinea pig. I was very glad that we chose this restaurant. Because on many menus I had already seen it – whole guinea pigs, with head and paws. The restaurant we had chosen served only single pieces. The taste is reminiscent of rabbit, it was very juicy and tender. The skin was crispy fried, but the little bones laboriously to pull out. Jan ordered stuffed alpaca rolls. Also very delicious, but a bit dry.

But my personal culinary highlight was something completely different and very simple. Giant corn. Whether roasted and salted, as a snack or a cooked corn cob from the street stall. These huge corn kernels were just delicious.

Huacachina, a huge sandbox
The desert oasis Huacachina looks more than idyllic on many Instagram images. Surrounded by mountain high sand dunes, beautiful sunsets and the small green lake surrounded by palm trees and a row of houses. The high sand dunes and the desert beyond were in fact more than impressive. The sunset over the dunes was picturesque, too. But on closer inspection, the lake in the middle turns out to be rather marsh and the houses that are created in a semicircle around the lake were exclusively hostels and tour operators. Not even a supermarket had this place to offer. We had booked two nights in our hostel, way too long for what this place had to offer. Because you only came there to whiz with a sand buggy through the desert and to try sandboarding. As we did.

A roller coaster ride through the desert
We were allowed to sit in the seats next to the driver. Overall, the sand buggy had space for twelve people. I had to put my legs on the dashboard so that the driver could use the gear change. He started right through with full throttle. We were glad to have had sunglasses and a scarf. The sand just flew in our faces. Every dune was steered to descend steeply behind it, screaming down again. After a few kilometers a stop was made so we could practice sandboarding. An Irishman and I had borrowed professional snowboards, the other participants used simple boards on which they slide down the sand on the belly.
I was down the sand track in two turns, then my board slowed down in the sand. Regularly before each new downhill, the tour guide had to brush my board with wax so that it slid well on the sand.
At a stop, he allowed us both to climb the dune even higher to descend from the top. I think that was the hardest thing I’ve ever done in my life. In the late afternoon heat, in snowboard boots with snowboard under your arm climbing a sand dune. Every step had to be made double, because in the flowing sand the foot always slipped off.
The sand buggy ride continued with adrenaline-filled screaming. To a suitable place to see beneath the clouds the picture-perfect sunset.
Huacachina is certainly worth a visit for this sand dune tour. But one day, one night at most is enough. If you take the night bus to Arequipa, you can take the afternoon tour in time and still reach the bus without stress. And you save money for the night in the oasis.

Rusk days in Arequipa
It had already shown in Huacachina. Somehow Jan and I had captured something. Raw protein? Raw fish? Fruit juice with Peruvian tap water? As soon as I ate something, I could count the seconds before finding the way out. Jan had not been so bad, but he visited the toilet more often than usual. Charcoal tablets or Immodium acut didn’t help at all. You can imagine how much I enjoyed the overnight bus ride to Arequipa. Although the bus had a toilet on board, but do you know how train toilets look like?
Although I managed the bus ride with only one toilet visit, but also without a single second of sleep.
Luckily we were able to check into our hostel room early in the morning. And luckily we had a double bedroom with private bath. I went to sleep for two hours. Jan contacted my health insurance in the meantime.
At the hospital, I was immediately hung on a drip because I was already completely dehydrated. We both had to give stool samples and the result was: bacteria and suspected parasites.
We got a whole bag of antibiotics and other medicines. Back at the hostel, I went to sleep right back. Jan, who was a bit fitter, went to the supermarket to get rusks and other stomach-friendly foods.
We spent three days in bed, and after these three days we know each other a bit better 🙂

Santa Catalina, the city in the city
We had to skip the trip to the Colca Canyon, but when we finally got better, we visited instead the monastery of Santa Catalina. The monastery dates back to the 15th century and the nuns lived until just a few years ago, just as they did then. Since the 1970s, some areas have been open to the public. The monastery is a small town in the big city of Arequipa. You can spend hours wandering inside admiring the beautiful colorful houses and the flower-filled streets. And it’s not as stinky as some streets of Arequipa.
We were lucky because on a Monday morning we didn’t have to wait long and it wasn’t that busy as we saw the day before.
Before exit the little village, we enjoyed a cup of tea in the monastery’s own café. There are not many monasteries where I would spend several hours, but I can warmly recommend Santa Catalina Monastery.
Maybe it’s because in the streets of the monastery nobody pees on the side of the road or you don’t have to be careful to step into a dog pile (like in Arequipa outside the monastery).

Cusco, Cusco, Cusco
From Arequipa we went by bus to Cusco, the city from which all trips to Machu Picchu lead. The entire city is designed for Machu Picchu tourism. As soon as you come near the Plaza de Armas, the tour operators try to lure you.
„Rainbow Mountain?“
„Machu Picchu?“
„Massage?“
„Inca Jungle Trail?“
We could barely walk a meter, without any of these offers were yelled at us. It was running the gauntlet, we had already booked our tours long ago.
Actually, Cusco is a nice little place that is definitely worth visiting. The roads off the tourist areas are crowded with local street vendors. Suitable for Valentine’s Day roses, air balloons and love cards were offered. Then in between mixed various small barbecue stalls and huge pots with steaming corn on the cob. Also running the gauntlet, but in the interesting way. The main square with the old buildings and the mountains behind it is a really nice view, too. In the side streets are a few nice cafes, which are comparable to our hipster shops. One of the cafe’s we liked most. For 10 soles (about € 2.70) you got a coca tea or coffee and the best carrot cake in the world, and the owner are super friendly. To enjoy Cusco, you just have to hide the souvenir shops and the oversupply of tour operators.
A point that was, however, incredibly exciting to watch: the various street vendors responded perfectly to the needs of tourists.
If you walked around with dirty hiking shoes, you got a lot of offers from shoe polisher. Was it raining you get rain ponchos on every corner, on sunny days they offer sunglasses and sun screen. If you got out of a tour bus coming from Machu Picchu or Rainbow Mountain, you could already hear „massage, massage!“.
As pushy as they were, in recognizing customer needs, no one can imitate the Peruvian street vendors.

At 5200 meters above sea level
The latest Instagram hotspot in Peru is the so-called „Rainbow Mountain“, originally Vinicunca. A mountain that was completely unknown a few years ago because its eponymous seven colors were still hidden under thick snow. Thanks to climate warming, they appeared a few years ago, and thanks to Instagram, it has become in a short time a very popular photo opportunity. If you want to know what this mountain DOES NOT look like, just search Instagram for #rainbowmountain. You will find absolutely ridiculous edited pictures, the mountain will shine in the wildest colors. The people in the photos will pose in the typical Peruvian poncho or even with shirts or light clothing in front of it. Why do I mention this so derogatory? Because it’s not like it’s shown on the photos.
The bus took us to a parking lot, which is already at about 4500 meters. It was therefore, „only“ 700 meters to overcome. Challenging 700 meters at this altitude. Altitude sickness is not superstition, as we could observe. The many days in Arequipa and Cusco had prepared us well for the altitude. It was exhausting and it was really difficult for us to breathe, but step by step, very slowly and continuously we made progress. After about one and a half hour we had reached the viewpoint. Most of the altitude was to be overcome at the end. It was rainy season, which could mean snowfall at this altitude.
Packed in thick clothes, the icy wind intensified the temperatures, we took a few photos. Unfortunately, the fog hid the colors. But we celebrated that we had made our first 5-thousands.
Then we were lucky and the wind blew away the clouds. The colors and the view were really gigantic. The different minerals in the mountain had left colored stripes – now clearly recognizable. But by far not as colorful as some edited image on the Internet.
Up here everything was again designed for tourism. At the parking lot the wannabe travel blogger already had the opportunity to be carried up with a horse, so their white sneakers stay clean. Others, in turn, just had a sweatshirt on, or came without a backpack and drinking water to the top. Apparently, it is „en vogue“, to climb a 5000m mountain totally unprepared for the perfect Instagram photo.
At the summit, little Quechua girls in their traditional clothes (with sandals!) posed with alpacas to have themselves photographed with tourists for a few soles. I could not resist snooping on a tourist guy whistled at a young girl to look at him. He should kindly ask her if he can take a picture of her and not lure her like a dog.
After taking a few pictures of ourselves, we had to return after 30 minutes. We were not allowed to stay at this altitude much longer.
An indescribable feeling being the first time at 5200 meters, but also a frightening picture of what tourism can do.

Machu Picchu – the cash cow of Peru
Of course, there is the tourist hotspot par excellence in Peru. For most the main reason visiting Peru. Machu Picchu, the Inca ruins. We had no hike or tour booked, we wanted to do it on our own. We went by bus six hours on serpentines to Hidroelectrica. After this bus ride we understood the warnings of the Foreign Office to avoid bus rides in this area in the rainy season. Do you still remember the way I described the Peruvian style of driving? Even though our driver was really careful, there were other buses driving on the same route. The many obstacles on the narrow roads and behind corners, caused by rockfalls and mudflows, gave them no reason to slow down and did not keep them from passing on the narrow streets.
Finally arrived in Hidroelectrica, we walked for two hours along the train rails to Aguas Caliente – the place before Machu Picchu. The humidity was worse than in a rainforest. Because we left our big backpacks in the hostel in Cusco, we had of course only the bare essentials and therefore hardly any change of clothes.
We can Instagram too – on the photo below it looks like we’ve walked alone on the rails. In reality, probably another 1000 other tourists were hiking the same way.

The entrance to the Inca ruins is strictly regulated, 200 people per hour. We had bought our ticket for the following day at 8:00 am a few days earlier directly in the Machu Picchu office in Cusco. In addition we also had a ticket for the Wayna Picchu, the sharp mountain you see on every picture behind the ruins. It is important to buy the ticket a few days before, because spontaneous purchases are not possible due to high demand – even in the rainy season.
My recommendation: All tour operators advertise, as early as possible „before everyone else“ to enter. Now tI have been there, I would rather recommend a time „after all the others“. Because if everyone wants to visit Machu Picchu as early as possible, they will all be there at the same time. The number of people is regulated any way, and we had the impression that from about 1:00 pm the mass decreases.

The bus (the bus ticket cost almost as much as the entrance fee) from Aguas Caliente took us from the valley up the hill to the entrance of the Inca ruins. Do not worry if you have to wait at the bus stop in a long queue. The buses run every 5 minutes, so that each of the countless tourists will reach the entrance in time. As soon as we got the starting signal for entering the ruins, we were pushed in with the crowd. When the ruins revealed themselves after the first corner did the crowd disappear. We were speechless.
We pushed ourselves through the tourists to escape them a bit. As soon as the first narrow paths have ended, people are lost and we were able to enjoy the sight without crowds. We were lucky, because despite the rainy season we had a bright blue sky. We strolled through the ruins, took pictures and fought our way to the entrance of Wayna Picchu. After we signed the registration book, the ascent began. It was exhausting because we had to overcome many high uneven steps, but worth every drop of sweat.
The view from the summit over the Inca ruins was breathtaking. Although with us some other people were at the top, we could enjoy the sight in complete peace.

We spent the night again in Aguas Caliente, because we had for the next day our bus transfer back to Cusco. Somehow we didn’t want to wait until the afternoon (the bus leaves only at 3:00 pm) and on the other hand we didn’t want to be exposed to the risk of falling rocks for another six hours. So we booked – for a lot of money – a ticket for the next possible train.
By train you drive through beautiful landscapes, but again this ride was very tourist-oriented. In a fashion show, the train attendants showed the latest fashion made of alpaca wool, which can be bought directly on the train. And a funny creature entertained the passengers in showing a traditional dance.

We were just happy to be back in Cusco faster than originally planned, because the next day we should continue to Puno.

Floating Islands – a nightmare of a tour
Our last stop in Peru was Puno, the city on Lake Titicaca. From there we wanted to cross the border to Bolivia.
We had actually seen Puno only as a transit destination. However on our arrival day we took part in a tour to the floating islands spontaneously
A boat took us and a few others from our hostel to one of the islands. We couldn’t really enjoy the first step on the floating island, because we had to sit down in a circle immediately. The guide introduced us to the „president“ of the island and told us something about the life on the island. So far so good. Then he also talked about the boats. One of the boats was called Mercedes Benz – very touristic. Then we were invited to look at the huts from inside. In the end, we were only shown various „handicrafts“ offered for sale.
After that we had to sit back in a circle and the whole tour caped it all off. The locals of the island lined up in front of us and began to sing in various languages. But no traditional song as may expected. No. In English they sang „row row row the boat“. Every one of us was so ashamed to witness this humiliation.
At the end, we got offered – of course only for cash – a ride on the Mercedes Benz. Most of us went straight back to our original excursion boat.
This peculiar way of presenting a culture has completely disturbed us and almost made us forget how remarkable and unique these floating islands really are. Whole villages are built on countless layers of straw, it crunches so nice while walking on it. In addition, we almost forgot that we are currently on the highest lake in the world. Lake Titicaca, 3812 meters above sea level.

Is Peru worth a trip now?
Sure, yes – but with a huge BUT. Because Peru is so overrun with tourism, like no other country that we have visited so far. Everybody we met had the same route behind them or the same one a head. That certain destinations already regulated the number of visitors shows the enormous overflow in Peru.
But aside from mass tourism, Peru is a beautiful country and it’s understandable why so many people want to get to see these unique ruins, places and culture.

My tips for a trip to Peru:

  • Do not let yourself be blinded by the Instagram images, especially in Peru. Be aware that you will be traveling with thousands of other tourists and that these „lonely“ pictures are only made with a lot of patience or Photoshop.
  • If you travel off-season, it’s less crowded. But you will definitely not be the only one. Unimaginable how Machu Picchu and Rainbow Mountain would look like in the main season.
  • Take care of various tours or treks in time. Although there are enough tour operators, if you pay a little attention to quality or need entry tickets for Machu Picchu, you should book at least a few days in advance. Most providers are much cheaper on the spot, but of course you have to be more flexible as far as the date is concerned.
  • Pay attention to the selection of the quality of the tour operator and not only if it’s the cheapest one. Especially on a hike over 5000 meters altitude, it’s important that the guide has the right equipment and know-how.
  • Some cities, which will presumably also be on your route, are located above 2500 meters altitude. People who are not used to that will have their problems with it. It is therefore not advisable to fly from Lima (sea level) directly to Cusco (3399 meters above sea level) and then take a hike immediately. An phase of acclimation should necessarily be scheduled. The route Lima – Arequipa – Cusco was perfect for us. We had no problems with the altitude at any time.
  • Peru is perfectly attuned to tourism. A big advantage, because the main towns are all connected by bus lines. You just need enough time for the long distances.
  • Tourism is of course an important source of income for the Peruvians, whether it is a hotel provider, a tour operator or the little girl with the alpaca. But please, they are just like everyone else, so treat them that way.

1 Comment

  1. Ich denke, dieser Artikel ist wirklich gut geschrieben und ich bin froh, auf diesen Blog gestoßen zu sein. Ein Daumen hoch von mir. Ich kann einen Kommentar gehabt haben, aber ich denke, dass es spät ist. Unnötige Debatte: p

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