—see English below—

Ich entschuldige mich gleich für diesen Titel, denn vermutlich zitiert jeder, der über dieses Land schreibt, mindestens einmal in seinem Text Janosch und seine Geschichte.
Aber auch wenn Kleiner Bär und Kleiner Tiger nie wirklich in Panama gewesen sind und das Land nicht nach Bananen riecht, hatten sie in einem recht: Panama ist wirklich ein Traumland.

Aber von vorne:

Wir überquerten die Grenze von Costa Rica nach Panama auf der Karibikseite, also im Norden des Landes. Unser Bus brachte uns bis zur Costa Ricanischen Grenze. Dort mussten wir aussteigen, das Ausreiseprozedere durchlaufen und dann zu Fuß über eine Brücke zur Panamischen Grenze laufen. Unser Gepäck wurde uns mit einem Fahrradtransport hinterhergefahren. Ich war froh, dass unser Busfahrer sehr bemüht um uns war, denn die Grenzstationen sind sehr leicht zu übersehen. Ähneln sie doch eher einem Souvenirstand oder Polizeistation als Passkontrolle und Zollamt.
Auf der panamischen Seite wurde unser Gepäck in einem noch unscheinbareren Gebäude durchsucht und bei einer weiteren Station holten wir uns unseren Einreisestempel. Hier komme ich auch gleich zu dem Grund, wieso wir nur 10 Tage in Panama verbrachten.
Panama stand nicht wirklich auf unserer Reiseroute, es ergab sich einfach wegen der praktischen Weiterreise von Costa Rica. Will man aber in Panama einreisen, ist ein Beweis zu bringen, dass man auch tatsächlich wieder ausreist. Bei unserer Gruppe kontrollierten sie wirklich sehr streng. Da wir Panama nur als Durchreiseland betrachteten waren wir der Meinung, 10 Tage sind ausreichend, bevor wir den Weiterflug nach Lima nehmen. Jetzt wissen wir, das war zu wenig.

Bocas del Toro, ein Muss für jeden Backpacker
Von der Grenze ging es für uns nach Almirante, dort stiegen wir ins Wassertaxi. Unser Zielort war Bocas del Toro, eine Inselgruppe im Norden Panamas. Zwei Nächte verbrachten wir auf der Hauptinsel Colon. Ein Surfer- und Backpacker Paradies sondergleichen. Wer hier nur vorübergehend lebt oder wer sich hier für immer nieder gelassen hat, war schwer zu unterscheiden. Kaum einer wirkte hier einheimisch, aber alle wirkten als wären sie hier seit immer.
Autos sah man kaum, dafür prägten Fahrrad fahrende Surfer das Inselbild. Auch duellierten sich die Hausfassaden mit ihren Farben und Bemalungen um den schönsten und kreativsten Anstrich. Die karibische Leichtigkeit war auf dieser Insel deutlich zu spüren.

Jan hatte einen leichten Rückfall mit seiner Verkühlung weswegen wir die ersten zwei Tage noch etwas ruhiger angingen. Dann sollte es für uns weitergehen auf eine andere Insel – Bastimentos. Bekannt für seinen Red Frog Beach, war es aber auch eine der größten Inseln der Bocas del Toro Gruppe. Das Wassertaxi brachte uns beim zweiten Anlauf zum richtigen Steg und wir mussten ein Stück zu Fuß zu unserem Hostel laufen. Kein Auto fährt auf dieser Insel. Nur ein paar Golfbuggies des Luxusresorts. Wir wohnten etwas weniger luxuriös. Zwar wegen Jan anhaltenden Husten in einem Doppelzimmer, aber von Luxus weit enfernt. Unsere erste Erfahrung mit den, unter Backpackern sehr beliebten Selina Hostels.

Neue Leute, neue Freunde
Brauchten wir Lebensmittel, mussten wir in das Resort zu einem spärlich bestückten Supermarkt gehen. Während Jan und ich überlegten, was wir aus den kaum vorhandenen Lebensmittel kochen konnten, wurden wir von einem Typ beobachtet. Mir war klar, dass er unsere Sprache verstand und zufällig hatte Tobi aus Deutschland, wie er sich vorstellte, den selben Weg wie wir. Dass wir uns abends gleich einen Topf Nudeln teilen, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand wissen. Auch lernten wir am gleichen Abend beim Essen im Hostel Evi und Anna, zwei Südtirolerinnen, kennen. Laura, die wir ganz am Anfang in Costa Rica in San José kennen gelernt hatten, war ebenfalls genau zur selben Zeit auf Bastimentos.

Jeden Tag gingen wir den kurzen Weg durch den Dschungel an den Strand, lagen in der Sonne und lasen, spielten mit anderen Volleyball oder ließen uns von den hohen Wellen im Wasser umwerfen. In Lauras Hostel, das eine Strandbar dabei hatte, gönnten wir uns Burritos. Ziemlich entspannte Tage, mit ziemlich entspannten Leuten.
Weil wir uns aber am Red Frog Beach befanden, mussten wir natürlich auch den namensgebenden roten Frosch sehen. Sehr selten und auch sehr klein sollte er sein. Wir machten uns also eines Nachmittags am Weg zum Strand auf die Suche. Keine zehn Minuten später, sahen wir zwei kleine rote Punkte zwischen den Blätter sitzen. Gefunden! Erledigt, wieder zurück zum Strand.

Eigentlich wollten wir um eine weitere Nacht im Selina verlängern, nur hätten sie uns für diese eine Nacht eine lächerlich hohe Summe verrechnet. Also checkten wir aus und fuhren mit dem Wassertaxi zurück auf die Hauptinsel. Für wenig Geld hatten wir ein eigenes Appartment mit Badezimmer und Küche für eine Nacht ergattert. Für mich bedeutete das RICHTIG KOCHEN! Weil Tobi ebenfalls auf die Hauptinsel gefahren ist, luden wir ihn zu uns zum Essen ein.
Bevor wir die Bocas del Toro verließen, leihten wir uns noch Fahrräder aus und fuhren die Küste entlang bis zu Skully’s House, einer Piratenbar in einer Bucht.

Panama City, zurück in der Großstadt
Mit dem Wassertaxi ging es für uns wieder zurück ans Festland. Wir wollten den direkten Nachtbus nach Panama City nehmen. Warum ich sage, „wir wollten“? Weil es nicht wirklich nach Plan lief. Wir hatten zwar den kompletten Transfer inklusive Wassertaxi und Nachtbus gebucht, aber der Bus, der ab Almirante direkt nach Panama City fuhr, war bereits überfüllt und fuhr ohne uns los. Da wir den Transfer jedoch schon bezahlt hatten, verfrachtete man uns in einen kleinen Bus in Richtung der Stadt David. Dort mussten wir auf einen anderen Bus warten, der uns dann schließlich nach Panama City bringen sollte. So passiert es ab und zu auf Reisen – es klappt nicht alles auf Anhieb, aber irgendwie wurschtelt man sich durch. Nach guten 9 Stunden kamen wir gegen halb 5 Uhr morgens in Panama City an. Wie ließen noch etwas Zeit verstreichen bis wir schließlich doch mit dem Taxi in unser Hostel fuhren – unsere zweite Erfahrung mit einem Selina Hostel. Weil wir wussten, dass wir völlig übermüdet ankommen werden, buchten wir uns für die erste Nacht ein Doppelzimmer.

Leider fand genau zu unserer Zeit der Weltjugendtag in Panama City. Als wir ankamen war er eigentlich bereits zu Ende, dennoch spührten wir noch die Nachwehen. Das Hostel war überfüllt mit pubertierenden Halbstarken, die beim Auschecken nichts als einen Saustall in Küche und den Schlafsälen hinterließen. Auch war es kaum möglich, den Massen an Jugendgruppen in der Stadt selbst auszuweichen.

Der berühmteste Kanal der Welt – check
Ein Uber – wesentlich günstiger als Taxi – brachte uns zum Panama Kanal und den Miraflores Locks. Spannend zu beobachten, wenn die Frachtschiffe oder Segelboote die 16,5 Meter Höhenunterschied überwinden um schneller vom Pazifik in den Atlantik, oder umgekehrt zu gelangen. Für mich hatte hier der Welt Jugendtag nur seinen Höhenpunkt erreicht. Auf der Aussichtsplattform war nicht ein Milimeter Platz um die Schiffe sehen zukönnen. Geschreie und Gedränge liesen mich resignieren und ich sah diesen Ausflug für beendet. Jan hatte mit seiner Größe mehr Glück und konnte über die Köpfe hinweg den Schiffstransfer beobachten. Als wir uns schon am Rückweg befanden, entdeckten wir ein Cafe einen Stock tiefer, auf dessen Terrasse man einen guten Blick auf die Locks hat. Also bestellten wir uns zwei Getränke und ich hatte doch noch eine Möglichkeit, die Schiffe ohne pubertierende, störende Gfraster (nervige Kinder) zu beobachten. Wir hatten Glück, im Minutentakt kamen neue Frachter, die auf die Durchfahrt warteten. Laut ertönte das Schiffshorn, wenn der Frachte die Höhe der Zuschauer erreicht hatte. Die Schiffsbesatzung und der Kapitän winkte fröhlich.
Noch weiter unten gab es noch eine weitere Zuschauerplattform, die nicht so stark besucht war. Hier warteten wir auf eine weitere Schleusendurchquerung. Von dort aus konnten wir auch gut die kleinen Lokomotiven beobachten, die die Schiffe durch die Locks zogen. Die Frachter waren so breit, dass sie haargenau in die Schleuse reinpassten. Optisch wirkte es, als hätte kaum eine Handbreite noch Platz zwischen Schiffswand und Lockswand.
Mit einem Uber fuhren wir wieder zurück ins Hostel. Für beide Uber zahlten wir nichtmal € 12,- zusammen. Und eine Strecke war gut 12 Kilometer und 30-45 Minuten Fahrzeit aufgrund des Verkehrs.

Eigentlich wollten wir noch eine Nacht auf den San Blas Inseln verbringen. Eine paradisisch schöne, autonome Inselgruppe im karibischen Meer, die von den Kunas, einer indigenen Ethnie Panamas, bewohnt und selbst verwaltet werden. Man bucht eine komplette Tour, inklusive Anreise, Übernachtung, Verpflegung und Ausflüge zu anderen Inseln. Man darf aber keines Falls auf eigene Faust auf diese Inseln reisen. Eine schlechte Wettervorhersage, für den einzigen für uns verfügbaren Tag und der Preis für eine Übernachtung pro Person von mind. € 160,- brachten uns dazu, dieses Reiseziel auszulassen.
Stattdessen streiften wir durch Panama City auf der Suche nach einem Optiker um meine Sonnenbrille reparieren zu lassen, und die Stadt zu erkunden. Bevor es mit dem Flieger weiter ging nach Lima, Peru.

Panama, das war bestimmt nicht unser letzter Besuch!

—English version—

The Trip to Panama

Sorry for using this title, probably everyone quotes the text of Janosch and his story about Little Bear and Little Tiger, in the search of Panama, the land of their dreams.
Although they have never been really to Panama and this country doesn’t smell like bananas, they were right in one thing: It is beautiful.

But let’s start at the beginning:

We crossed the border from Costa Rica to Panama on the Caribbean side, in the North of the country. The bus took us to the Costa Rican border. We had to get out of the bus to do all the procedure of exit. Then we had to walk along a bridge to the border of Panama doing all the procedure of entering the country. Our backpacks were transported by bike. I was glad that our busdriver took care of us, because the several border offices looked more than souvenier shops than official custom offices or passport controls.
On the Panamian side our backpacks got checked and on the next station we got the entry stamps in our passports.
Now I have to explain why we only spent ten days in Panama. Actually we didn’t plan to go to Panama at all. But because of the easy way to get there from Costa Rica, we decided to do a quick stop over. To get into Panama you need a proof of a return or onward flight. In our opinion, ten days werebe enough and we booked an onward flight to Lima.
Now we know ten days weren’t enough.

Bocas del Toro, a paradise for backpacker
We had a bus ride from the border to Almirante, where we got into a watertaxi. Our final destination was Bocas del Toro, a group of islands in the North of Panama. We spent two nights on the main island Colon. A paradise for surfer and backpacker. It was hard to distinguish who lives here only temporarily or who has settled here forever. Hardly anybody was native, but they all seemed like they were here forever.
Cars were rare, but bicycling surfers shaped the picture of the island.
Also the house facades dueled with their colors and paintings for the most beautiful and most creative ones. The Caribbean lifestyle was clearly felt on this island.

Jan had a little relapse with his cold, that’s why we relxed the first two days. Then we headed on to the next island, Bastimentos. It’s famous for it’s red frog beach, but it is also one of the biggest island of the Bocas del Toro group. The watertaxi took us in the second try to the right jetty, then we had to walk to our hostel. Not a single car was on this island, only golf buggies from the luxury resort. We lived a little less extravagant. Indeed because of Jan’s cough in a double bedroom, but far away from luxury. This was our first experience with the Selina Hostel, popular among backpackers.

New people, new friends
In case we needed some groceries we had to walk to the small sparsely equipped supermarket, located in the resort. While Jan and I was discussing what we can cook with this barerly available food, a guy watched us. I was sure he could understand our language, and coincidently Tobi from Germany, as he indrocued himself, had the same way back as we.
At that time we didn’t know that we’ll share a pot of pasta in the evening, too. The same evening we met Evi and Anna, in our Hostel. Two girls from South Tyrol. Laura, who we met first in San José, Costa Rica was also on Bastimentos at that same time.

We walked the short path through the Jungle to the beach every day, having a sun, reading, playing volleyball with others or playing in the waves. Laura’s hostel had a nice bar, where we had some delicious burritos. Very relaxing days with very relaxing people.
But we were on the Red Frog Beach, and of course we had to see the eponymously red frog. Very rare and very small, so hard to find. When we made ourself on the way to look for this tiny little creature, not even ten minutes later, we saw two red dots between the green leaves. We found it, check. Back to the beach.

Actually we wanted to stay another night at the Selina Hostel, but the price for the additional night was ridiculous high. We checked out and took the watertaxi back to the main island. We found a nice appartment with a bathroom and our own kitchen and for very little money. That meant for me: COOKING! Tobi also went back to the main island the same day. We invited him for dinner.
Before we left Bocas del Toro we rented bikes and explored the coast of the island. We had a rest in Skully’s House, a pirate bar in a beautiful bay with yummy fresh juices.

Back in the city jungle
A last watertaxi ride back to the mainland. Our plan was to take the night bus directly to Panama City. Actually. Although we booked the complete transfer, inclusive watertaxi and night bus ride, the direct bus from Almirante to Panama City was already full when we arrived there. But because we already payed for the transfer, we were put in a smaller bus to the destination David. In David we had to wait for another bus to Panama City. Shit happens while travelling, but somehow it always works.
Nine hours later, at 5am in the morning we finally arrived in Panama City. We went by taxi to our Hostel, our second experience with a Selina Hostel. We knew we would be super tired and booked a double bedroom just for the first night.

Unfortunately at the same time the World Youth Day took place in Panama City. When we arrived, it was actually already over, but we still touched the aftermath. The hostel was overcrowded with pubescent thugboys who left nothing but a mess in the kitchen and in the dorms after check-out. Nor was it possible to avoid the masses of youth groups in the city itself.

The world’s most famous canal – check
A Uber – cheaper than a taxi – took us to the world’s famous Panama Canal and the Miraflore Locks. It is exciting to see the huge cargo ships or sailboats overcome the 16.5-meter difference in elevation to get faster from the Pacific to the Atlantic, or vice versa. But for me, the World Youth Day had reached its peak here. There was not a milimeter on the observation deck to see the ships. Screams and crowds made me resign, and I saw this trip ended. Jan was luckier with his size and could watch the ship transfer over the heads of the others. As we were on our way back, we discovered a cafe down a floor, on the terrace we had a good view of the locks. So we ordered two drinks and I finally had a chance to observe the ships without pubescent, annoying children. We were lucky, almost every minute came new freighters, which were waiting for the passage. The ship horn sounded loud when the vessel had reached the height of the spectators. The ship’s crew and the captain waved cheerfully. One level lower there was another audience platform that was not that crowded. We waited here for another locks crossing. From there we could also watch the small locomotives pulling the ships through the locks. The freighters were so wide that they fit exactly into the lock. From our perspective, it seemed there is hardly a handful of space between the ship’s wall and locks side.
With an Uber we drove back to the hostel. For both Uber we spent less than € 12, – in total. And the distance was about 12 kilometers and 30-45 minutes driving time due to traffic.

Actually, we wanted to spend at least one night on the San Blas Islands. A paradisiacally beautiful, autonomous island group in the Caribbean Sea, inhabited and managed by the Kunas, an indigenous ethnic group of Panama. You book a complete tour, including transfer, meals, accommodation and excursions to other islands. It is not allowed to travel to these islands by your own. A bad weather forecast for the only day which was available for us and the price of € 160 per night per person made us to skip this plan. Instead, we roamed in Panama City looking for an optician to fix my sunglasses and explore the city. Before we went on with the plane to Lima, Peru.

Panama, we will definitely come back again!


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